Aufsatz 
Von einigen Beförderungsmitteln des öffentlichen Unterrichts und der Erziehung
Entstehung
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ſen; er wird dann zuverlaͤſſig ein Menſch werden, wie er einſt vor dem Throne der

Vernunft erſcheinen ſoll. Man beobachte ſcharf den Umgang der Soͤhne mit Andern! Welche Gleich⸗ guͤltigkeit beweiſen manche Aeltern in Hinſicht auf die Geſellſchafter ihrer Kinder! Mei⸗ ner Meinung zu Folge ſollten in der Regel, außer den nahe verwandten Perſonen eines Familienhauſes, Paͤdagogiſten nur mit Paͤdagogiſten Umgang haben, und ich freue mich, daß ich nach meinen bisherigen Wahrnehmungen die meiſten unſerer Zoͤglinge meine Grundſaͤtze hierin befolgen ſehe. Warum ſollte ihnen auch nicht an der Geſell⸗ ſchaft ihrer Mitſchuͤler genuͤgen? Sie haben denſelben Wirkungskreis, denſelben Unter⸗ richt, dieſelben Geſchaͤfte. Sind ſie gutgeartete und lehrbegierige Knaben, und treten ſo in freundſchaftliche Verbindung zuſammen, wie nuͤtzlich muß ihnen dieſe werden! Sie muntern ſich einander auf, ſie theilen ſich ihre wiſſenſchaftlichen Kenntniſſe einander mit, und fuͤllen gegenſeitig die Luͤcken ihres Wiſſens aus. Aber nicht ſelten laͤßt man Geſell⸗ ſchafter von den ungleichartigſten Beſchaͤftigungen zu dem Sohne ſich hindraͤngen, ohne zu bedenken, daß er von ſolchen Verbindungen nicht den mindeſten wiſſenſchaftlichen Nutzen erndtet, daß er in dem Umgange mit ſolchen zudringlichen Geſellen aus ſeiner Sphare verruͤckt wird, und oft von ſeiner ſittlich religioͤſen Denk⸗ und Handlungsweiſe unerſetzlich viel einbuͤßt.

Wie unverantwortlich ſorglos ſind mehrere Aeltern in Anſehung der Lectuͤre ihrer Soͤhne! Wegen der augenſcheinlichen Gefahr, die gegenwaͤrtig durch die zahlloſen, in Umlauf geſetzten Romane und Schauſpiele Knaben und Muͤdchen bedroht, ſollten die Aeltern jetzt mehr als jemals auf die Lectuͤre ihrer Kinder in den im Hauſe vorgefun⸗ denen oder aus Leihbibliotheken erhaltenen Buͤchern die ſtrengſte Aufmerkſamkeit richten. Aber man iſt wie verblendet von dieſen ſkandaloͤſen Machwerken, die noch dazu, wie man von jedem kompetenten Richter hoͤren koͤnnte, meiſtens nicht den mindeſten aͤſtheti⸗ ſchen Werth an ſich tragen. Will man denn das kandirte Gift, das gewoͤhnlich darin verborgen liegt, und ſie darum fuͤr die Jugend nur deſto gefaͤhrlicher macht, ewig nicht wahrnehmen? Nein, dieß will man nicht! Ich habe ſogar von Aeltern, die, ohne zu erſchrecken, die gefaͤhrlichſten Schriften dieſer Art in den Haͤnden ihrer Kinder ſahen, mehrmals hoͤren muͤſſen, Romanenlecttuͤre ſey fuͤr die ſtudierende Jugend Erholung, ihr Schade fuͤr die Sittlichkeit unbedeutend, und der Gewinn fuͤr den Styl in der deutſchen