Aufsatz 
Von einigen Beförderungsmitteln des öffentlichen Unterrichts und der Erziehung
Entstehung
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́ g- mag, uͤbernehme bei den Arbeiten und dem geſellſchaftlichen Umgange des Schuͤlers außer der Schulzeit die Rolle eines nachhelfenden und uͤberall ſorgfaͤltig wa⸗ chenden Hauslehrers, und dieſe an jedem Tage ohne Unterlaß! Zwar klagt der Vater oft, daß ihm die aufgebuͤrdete Amtslaſt und die dadurch noͤthig gewordene Erholung ſo wenig Zeit zum Nachſehen, noch viel weniger zur Nachhuͤlfe in den Arbei ten ſeines Sohnes uͤbrig laſſe.»Aber, ſo moͤchte ich ihm freundlich entgegnen, ſollte Dir, erſter und naͤchſter geiſtiger Pfleger Deines Lieblings, nicht das ein hei⸗ liges Geſchaͤft ſeyn, beſorglich nachzuforſchen, ob der junge Arbeiter im Garten Gottes die im Lectionscataloge bezeichneten Gegenſtaͤnde und von den Lehrern aufgegebenen Pri⸗ vatarbeiten reinlich, richtig, verſtaͤndig und beſonnen, und zugleich ganz pflichtmaͤßig beſorgt und gehoͤrig vollendet habe? Koͤnnteſt Du in der geringen Nachhuͤlfe, die jenem eine ſo innige Freude gewaͤhrt, nicht Deine Erholung von der ſchwer druͤckenden Amts buͤrde mit der ſuͤßeſten Wonne finden?« Wahrlich, unendlich viel Gutes fuͤr das ganze

Leben des Zoͤglings wuͤrde auf dieſem Wege gewonnen werden! Bekanntlich aͤußern die Kinder in der fruͤheſten Jugend einen auffallenden und oft die Aeltern ſehr ergoͤtzenden Thaͤtigkeitstrieb. Dieſer kann aber, ſobald er nicht von den naͤchſten Erziehern weiſe und kraͤftig geleitet wird, bei zunehmenden Jahren in elende und nichtsbedeutende Spie lereien, ſpaͤterhin in Arbeitsſcheue, und zuletzt am Ende der Erziehungsperiode in Traͤg⸗ heit, in ein vornehmes Nichtsthun und ſogar in Laſter als unausbleibliche Folgen des Muͤſſigganges ausarten. Gegen dieſes hereinbrechende Uebel giebt es kein heilſameres Recept, keine wirkſamere Ingredienz, als daß man den Knaben bei Zeiten gewoͤhne und fortdauernd uͤbe, trotz des Gegengewichts der natuͤrlichen Traͤgheit, ſeine Kraͤfte zuſam⸗ men zu nehmen und keine Muͤhe zu ſcheuen, wo es darauf ankommt, zu thun, was Pflicht iſt. Man halte, ſo druͤckt ſich ein geſchaͤtzter, paͤdagogiſcher Schriftſteller aus, das Kind zum Ernſte und ausdaurenden Fleiße an! Man erſchwere ihm nicht gegen ſeine Kraͤfte die Arbeit; aber man beharre unerbittlich dabei, daß geſchehe, was geſche⸗ hen ſoll, daß es thue, was aufgegeben iſt, und regelmaͤßig und mit Freuden thue! Das Kind wird bald die Arbeit lernen, und ſie endlich ſelbſt mit Freuden verrichten. Und iſt denn ſo bei ihm die zweite beſſere Natur, die nuͤtzliche und weiſe Thaͤtigkeit im Gegenſatze mit der natuͤrlichen Traͤgheit, zu einiger Reife gelangt, dann iſt der Menſch ſelbſt das geworden, was er werden ſoll; dann kann man ihn ruhig ſich ſelbſt uͤberlaf⸗

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