Aufsatz 
Von einigen Beförderungsmitteln des öffentlichen Unterrichts und der Erziehung
Entstehung
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Nichts aber kann wohl, unmoͤglich kann ich hier dieſe Bemerkung verſchweigen, auf die ganze Erziehung und das Leben der den hoͤheren Wiſſenſchaften ſich weihen⸗ den Soͤhne verderblicher wirken, als die Gewohnheit ſo mancher Aeltern, dieſe von ih⸗ rem Wohnorte in entfernte Bildungsanſtalten noch in den kindlichen Jahren zu ſenden. In der That ein hoͤchſt verderblicher Misgriff der Erziehung! Ja wenn der ungluͤckſeli⸗ ge Zwietrachtsapfel ewig unter die Ehegefaͤhrten geworfen laͤge, wenn die Mutter ſicht⸗ bar und gegen die Stimme der Natur auf das heilige, ihr allein obliegende Geſchaͤft Verzicht leiſtete, wenn der Vater außer Kraft ſich fuͤhlte, dem zum Juͤnglinge heranrei fenden Knaben das koͤſtliche Geſchenk des Unterrichts ſelbſt zu ertheilen, dann wohl ließe ſich dieſes Nothmittel entſchuldigen. Aber faſt unverantwortlich moͤchte man im entge⸗ gengeſetzten Falle das fruͤhe Wegſenden der Soͤhne aus dem vaͤterlichen Hauſe vor dem vollendeten Knabenalter nennen. Es ſcheint, als ob ihnen die erſten Erziehungspflichten eine druͤckende und verwuͤnſchte Laſt waͤren, die doch im richtigen Geſichtspuncte betrachtet, keine Laſt ſind, und bei einiger planmaͤßiger Erziehungsmethode die entzuͤckendſte und hoͤchſte Wonne gewaͤhren. Unwillkuͤhrlich moͤchte man ihnen zurufen: Aeltern, ihr wollt den theuren Liebling ſo fruͤhe und unbarmherzig fremden Haͤnden uͤberliefern, nicht euch er goͤtzen an dem ſuͤßen Blicke ſeiner frommen Liebe, nicht euch erfreuen an dem holden Spiele ſeiner Phantaſie, indem er von den Wundern der Naturwelt ergriffen iſt, ihm nicht reichen in vollen Pokalen die ewig erquickende Milch der Religion und Sittlichkeit, anſtatt ſie von ihm aus der nicht mit ihm verwandten Hand vermiſcht und oft verfaͤlſcht einſchluͤrfen zu laſſen, ihn nicht beſorglich warnen und ſchuͤtzen, wenn er fehlt und ſtrau⸗ chelt, indeß er oft im fremden Clima und fern von der eigentlichen Hausgottheit unfehl⸗ bar den Pfad betritt, der zum Verderben fuͤhrt? Wahrlich, Aeltern, ſuͤndigt nicht ge⸗ gen die mit Euch ſo nahe verwandte Natur! Naͤhret und pfleget mit heißer Liebe die junge, zarte Pflanze in Eurer Mitte, bis ſie jenen Grad von Staͤrke erlangt hat, daß ſie ohne Stuͤtze jedem herannahenden Sturme muthig trotzen kann!

Unendlich großen Gewinn fuͤr den zur hoͤchſten und reinſten Menſchenausbildung be⸗ ſtimnten Sohn gewaͤhrt unſtreitig das zufaͤllige Gluͤck, wenn Aeltern und Lehrer an glei⸗ chen Orten ſich perſoͤnlich beruͤhren und bei den taͤglichen Schulvorfaͤllen uͤber die zu er⸗ greifenden Maasregeln ohne Verzug, und ſobald es noͤthig iſt, ſich verſtaͤndigen koͤnnen. Dieſe ſo guͤnſtige Gelegenheit greift maͤchtig in das ganze Erziehungsſyſtem ein. Sobald