Aufsatz 
Von einigen Beförderungsmitteln des öffentlichen Unterrichts und der Erziehung
Entstehung
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beſtimmten Uebungsplatze ſolche Jugendfuͤhrer handeln, welche entfernt ſind von den allzube⸗ quemen und gemaͤchlichen Handgriffen, der jugendlichen Seele das Wiſſenswuͤrdige blos ein⸗ impfen zu wollen, aber doch die einzige, heilbringende und ſchon vor Peſtallozzi bekann⸗ te Kunſt verſtehen, den Zoͤgling in ſeinen geiſtigen Beſchaͤftigungen richtig zu leiten, und mit dem Himmelstone der Liebe in ihm die Funken reinerer Sittlichkeit und des relig ioͤ⸗ ſen Sinnes weiter zu wecken und anzufachen. Wenn Lehrer nach der bezeichneten Weiſe ihren Lieblingen zur Seite ſtehen, wenn ſie uͤberdieß noch von dem edlen Beſtreben gluͤhen, an ſich ſelbſt immer das ſchoͤne und den Sterblichen moͤgliche Ideal des reinen Menſchenlebens darzuſtellen, wer koͤnnte da noch an der Wirkſamkeit der oͤffentlichen Schule zweifeln, und ihr nicht jeden Vorzug vor der Privaterziehung einraͤumen? Ja dann, wenn jene das nicht ſind, was ſie ſeyn koͤnnen, wenn dabei die Aeltern auf den ungluͤckſeligen Gedanken gerathen, ſchon durchaus verwoͤhnte und verzogene Schooskin⸗ der dem oͤffentlichen Schulleben zuzufuͤhren, als ob ſie da die ſtrengere Zuchtruthe ſchnell zum Gehorſam und zur Pflicht zuruͤckbraͤchte; dann freilich wirkte der Privatlehrer an ſeiner Stelle, und er verdiente mit vollem Rechte die Lorbeerkrone, inſofern es ihm vollkommen gelaͤnge, aus dem Chaos intellertneller und ſittlich religioͤſer Verwirrung ein neues Reich zu gruͤnden!

Allerdings muß, ſobald in der oͤffentlichen Schule der wahre Geiſt vorherrſchen ſoll, die haͤusliche Erziehung ſchon das Ihrige gethan und geleiſtet, muß der Vater mit maͤnnlichem und edlem Sinne den Sohn fuͤr das Gute und Schoͤne begeiſtert, muß die Mutter, und wer koͤnnte es beſſer, als dieſe, wie eine geiſtreiche Frau unſerer Zeit ſich ausdruͤckte C*), ſchon mit weiblichem Zartgefuͤhle die wilden Ausbruͤche der Sinnlichkeit von ihrem Lieblinge entfernt, und das himmliſche Feuer religioͤſer Liebe in ſeinem Gemuͤthe angezuͤndet haben. Nur nach dieſer vollendeten Vorbildung iſt gewiß der Knabe fuͤr das Ewige und Unvergaͤngliche gewonnen, und mit ſicherem Tritte eilt er an der Hand geſchickter und wohlwollender Lehrer auf der Stufenleiter des Schulle⸗ bens zu dem herrlichen Ziele empor, das ſeiner jugendlichen Phantaſie ſchimmernd vor⸗ ſchwebt.

-) Die Frau von der Recke ſagt:» Ermunternd muß jedem Weibe der Gedanke ſeyn, daß beinah! alle durch Verdienſte ausgezeichnete Menſchen die feinere Bildung ihres Gemüthes, die edleren Gefühle ihres Herzens ihren tugendhaften Müttern verdanken.«