Aufsatz 
Über die Mitwirkung der Aeltern zur sittlich-religiösen Bildung ihrer den öffentlichen Schulen anvertrauten Kinder
Entstehung
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iſt grundloſer, als dieſe Behauptung. Nichts wird durch die Erfahrung mehr widerlegt, und es iſt voll⸗ kömmen wahr, was die achtungswuͤrdige Frau von der Recke zur Ehre ihres Geſchlechts in folgen den ruͤhrend ſchoͤnen Worten ſagt:»Ermunternd muß jedem Weibe der Gedanke ſeyn, daß beinah alle durch Ver⸗ dienſte ausgezeichnete Menſchen die feinere Bildung ihres Gemuͤthes, die edleren Gefuͤhle ihres Herzens, ihren tugendhaften Muͤttern verdanken.« Eben dieſe Seite des Weibes ſchildert ſo trefflich Jean Paul in ſeiner Levana von Seite 20 26b des 2ten Theils.

Wozu wuͤrde in der That auch die Mutter inniger und ſtaͤrker aufgefordert, als zum Erziehungsgeſchaͤfte? Dieſes muͤtterliche Herz, das bis in ſeine feinſten Fa⸗ ſern gegen ſeine Lieblinge nichts als Liebe ſchlaͤgt, die⸗ ſer unausſprechlich zaͤrtliche, auf den Saͤugling nie⸗ derlaͤchelnde Mutterblick, der von jeher Dichter und Kuͤnſtler begeiſtert hat, dieſe muͤtterliche Sorgfalt und Treue, die Naͤchte lang den Arm uͤber die Wiege aus⸗ breitet und am Siechbette des Kindes vom zuſinken⸗ den Auge den Schlummer verſcheucht, was laſſen dieſe Aufopferungen, was laͤßt dieſe Fuͤrſorge, dieſe Zaͤrt⸗ lichkeit, ohnehin ſchon anders erwarten, als daß ſich die Mutter zum hoͤchſten Beweiſe der muͤtterlichen Liebe, zur Erziehung, zur ſittlich⸗religioͤſen Bildung ihrer