Aufsatz 
Über die Mitwirkung der Aeltern zur sittlich-religiösen Bildung ihrer den öffentlichen Schulen anvertrauten Kinder
Entstehung
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kraͤftig und nach gleichen Grundſaͤtzen mit jenem entgegen arbeiten. Wenn der Sohn ſieht, daß Aeltern und Lehrer gegen ſeine Fehler gleich⸗ ſam in Verbindung getreten ſind, ſo wird ihn ſchon dieß, ſobald er es wahrnimmt, in den meiſten Faͤllen ſchnell zur Beſinnung, und allmaͤhlig in das Gebiet Der hoͤheren Sittlichkeit bringen. Zur Erreichung dieſer vedlen Abſicht weiß ich kein beſſeres Mittel, als oͤftere gegenſeitige Ruͤckſprache zwiſchen Aeltern und Lehrern ſowohl auf ſchriftlichem als muͤndlichem Wege, und ich bin uͤberzeugt, daß die Folgen hiervon auf das ganze Erziehungsgeſchaͤft aͤußerſt wohlthaͤtig und heil⸗ ſam wirken werden. Beſonders wuͤnſchen meine treue Mitlehrer und ich bei der Aufnahme eines neuen Sub⸗ gjekts in die Friedrichsſchule dieſes ausgefuͤhrt zu wiſ⸗ ſen, damit ſie ohne Verzug im Stande ſind, jenes ohne Fehlſchluß ganz nach der vorherrſchenden Indiyi⸗ dualituͤt bei dem Unterrichte zu behandeln. 526 Ich kann indeſſen die Feder unmoͤglich nieder⸗ legen, ohne mich an euch, Muͤtter, noch mit einigen Worten gewendet zu haben. Wie oft hoͤrt man die ſonderbare Aeußerung, daß die Erziehung der Soͤhne, beſonders der ſchon erwachſenen, einzig nur die Sache des Vaters ſey, daß die Mutter zwar am meiſten zur Bildung der Toͤchter, am wenigſten aber zur Bil⸗ dung der Soͤhne beitragen koͤnne. Nichts in der Welt