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tieen vor der Seele voruͤber fuͤhren, die Lehrſtunden vertraͤumt! Nichts vermag ihn zu wecken, nichts kann ihn reizen und anziehen, und wenn ihm der Lehrer mit dem lebhafteſten Vortrage Hanntbals abentheuer⸗ lichen Zug uͤber die Alpen oder Chriſtophs Colimns Entdeckung von Amerika erzaäͤhlte.
Dieß alles iſt auf Erfahrungen gegründetg und niemand darf es bezweifeln, daß Aeltern ihre Soͤhne und Toͤchter keinem groͤßeren Ungluͤcke zufuͤhren koͤn⸗ enen, als wenn ſie ihnen ewige Zerſtreuungen und Vergnuͤgungen zu Beduͤrfniſſen machen. Wie vorſich⸗ tig, wie unerbittlich oft, ſollten in dieſer Hinſicht Baͤ⸗ ter und Muͤtter ſeyn, und in den heutigen Tagen um ſo mehr, da in rauſchenden und zeitraubenden Ver⸗ gnuͤgungen und Zerſtreuungen alles ſo erfindungsreich iſt, und dieſe daher wegen der oͤfteren Gelegenheiten ſo leicht zu Beduͤrfniſſen werden koͤnnen! ⸗
Ich verbinde am Schluſſe dieſer Schrift noch eine andere Pflicht, durch deren Erfuͤllung von Seiten der Aeltern die ſittlich⸗religioͤſe Bildung ihrer Kinder nicht
wenig befoͤrdert wird. Sie müſſen, wenn ſie von dem „Lehrer ihrer Kinder auf die Fehler derſelben aufmerk⸗ ſam gemacht werden, uͤber dieſe wohlwollende und pflichtmäͤßige Offenherzigkeit nicht etwa, wie es aft der Fall iſt, gegen den redlichen Mann Befremden und Mißvergnuͤgen aͤußern, ſondern dieſen Fehleln
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