Aufsatz 
Über die Mitwirkung der Aeltern zur sittlich-religiösen Bildung ihrer den öffentlichen Schulen anvertrauten Kinder
Entstehung
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ringſten Pflichten der Aeltern, wenn an jenen des Leh⸗ rers Bemuͤhungen nicht fruchtlos bleiben ſollen. So bald es Vaͤter und Muͤtter in dieſem Stuͤcke verſehen und ſchwach und willenlos genug ſind, ſich bei jeder Gelegenheit von ihren Kindern erbitten zu laſſen, oder ſie jedem Vergnuͤgen ſelbſt zuzufuͤhren, ſo kann der Lehrer zur geiſtigen und ſittlich-religioͤſen Bildung der⸗ ſelben meiſtens nur wenig beitragen. Nichts zieht ihren Geiſt von den ernſten Beſchaͤftigungen und taͤg⸗ lichen Pflichtarbeiten mehr ab, als wenn ſie von einer Ergoͤtzung zur andern, von einer Zerſtreuung zur an⸗ dern uͤbergehen, wie dies am hieſigen Orte nur zu leicht ſtatt finden kann. Sie ſind faſt nirgends mehr bei ſich, am wenigſten in den Stunden des Unter⸗ richts; ſie ſind fuͤr alles, was Aufmerkſamkeit und Nachdenken erfordert, gewiſſermaßen verloren. Ein zerſtreuter, an ewige Vergnuͤgungen gewoͤhnter Schuͤ⸗ ler, der ſich durch das Spiel der Einbildungskraft nur immer in andern Gegenden herumtreibt, iſt in der That des Lehrers hoͤchſte Qual, deſſen froͤhlichſte Laune, wenn ihm dieſe nicht gleichſam zur andern Natur geworden iſt, oft durch einen einzigen Blick auf einen ſolchen geiſtig⸗irrenden jungen Menſchen verſtimmt werden kann. Wie er da ſitzt mit dem ſtar⸗ ren ſtieren Auge, und mit fremden Gedanken, die ihm die Cheatervorſtellungen, die Luſt⸗ und Tanzpar⸗