Aufsatz 
Über die Mitwirkung der Aeltern zur sittlich-religiösen Bildung ihrer den öffentlichen Schulen anvertrauten Kinder
Entstehung
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14 thun. Sobald der Zögling ſeinen vorſichtigen Augen entruͤckt iſt, muß er das Meiſte den Aeltern uͤberlaſſen.

Und hier faͤllt es von ſelbſt ins Auge, was dieſe zu leiſten haben, wenn durch ſie der Unterricht des Lehrers Gewicht und Nachdruck erhalten ſoll. Sie muͤſſen das ſittliche Betragen dhrer Kinder einer unbeſtechlich-ſtren⸗ gen Aufſicht unterwerfen; ſie muͤſſen zu jeder Zeit und uͤberall wachen, daß jene den rechten Pfad nicht verfeh⸗ len, und ſie, ſobald ſie abweichen wollen, durch ſchar fes Anziehen des Zuͤgels in den Schranken zu halten ſuchen. Wenn der Lehrer bei dem Unterrichte vor ge⸗ faͤhrlichen Beiſpielen warnt und das jugendliche Herz gegen ſie mit Grundſaͤtzen bewaffnet, wenn er ſeinen Zoͤglingen die Gefahren zeigt, welchen ſie im Umgang mit unſittlichen Menſchen ausgeſetzt ſind, ſo iſt es der Aeltern Pflicht, gegen ihre Kinder nicht nur die naͤm⸗ lichen Grundſätze zu aͤußern, ſondern auch unermuͤdet beſorgt zu ſeyn, daß ſie vor den boͤſen Beiſpielen und unſittlichen Geſellſchafter bewahrt bleiben. Verbinden die Aeltern mit dieſem Allem ihr eigenes tadelloſes Bei⸗ ſpiel, wie ſollten ſie denn nicht vom oͤffentlichen Unter⸗ richte die ſegenreichſten Folgen mit der groͤßten Zuverſicht erwarten duͤrfen? Nichts ermuntert den Sohn und die Tochter maͤchtiger, als wenn er die Worte des Lehrers durch die Worte der Aeltern begruͤndet, ſie durch ihre Erziehungsweiſe beſtaͤtigt, und ihnen durch ihre eigenen