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ſtrengſte Aufmerkſamkeit auf ihr ganzes Betragen verbinden. Allerdings iſt dieſe Pflicht mit großer Muͤhe verbunden; aber es gilt das Wohl ihrer Kinder: wie koͤnnten liebende Aeltern der Muͤhe aus⸗ weichen, und in der noͤthigſten aller Vater⸗- und Mut⸗ terpflichten ſorglos und unthaͤtig ſeyn! Gewiß iſt jene Aufmerkſamkeit fuͤr Aeltern nie dringender geworden, als jetzt bei dem der allgemeinen Menſchenbildung ſo unguͤnſtigen Geiſte dieſes Zeitalters, da der Sohn oder die Tochter in Hinſicht auf die mannichfaltigen verfuͤh⸗ reriſchen Beiſpiele, die beiden uͤberall vorſchweben, in Hinſicht auf die Menge von Vergnuͤgungen, die beide ſo leicht anlocken, von den groͤßten Gefahren bedroht wird.
Der gewiſſenhafte Lehrer wird zwar hier nichts un⸗ terlaſſen, um auch von dieſer Seite ſeinen Zoͤglingen ſo nuͤtzlich als moͤglich zu werden. Ihnen den Grund⸗ ſatz einzupraͤgen, daß nur Rechtſchaffenheit adle, und des Lebens wuͤrdig mache, ihnen Geſinnungen einzu⸗ floͤßen, die mit jenen Grundſaͤtzen uͤbereinſtimmen, und ſie vor allem Unſchicklichen liebreich zu warnen,— dieß wird ſein raſtloſes Beſtreben ſeyn. Kurz, er wird durch alle moͤgliche Mittel, die ihm zu Gebote ſtehen, durch vorſichtige Richtung und Leitung ihres Ehrgefuͤhls, durch Beſchaͤmung und Tadel, durch Liebe und Guͤte, durch Ernſt und Strenge, auf ihr ſittliches Betragen zu wir⸗ ken ſuchen. Aber mehr kann er doch meiſtens nicht


