Aufsatz 
Über die Mitwirkung der Aeltern zur sittlich-religiösen Bildung ihrer den öffentlichen Schulen anvertrauten Kinder
Entstehung
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legenheit von den Aeltern ſeiner Kinder unterſtuͤtzt wer⸗ den! Wie vieles kann von dieſer Seite im vaͤterlichen Hauſe geſchehen, was den Unterricht deſto wirkſamer macht, je mehr Eingang es ihm verſchafft! Freilich iſt hier Vorſicht und Behutſamkeit noͤthig. Die Aeltern muͤſſen nicht, ohne auf Zeit und Umſtaͤnde, ohne auf die Stimme ihrer Kinder Ruͤckſicht zu nehmen, zu jeder Zeit Religion predigen und ſie bei ihnen gleichſam er⸗ zwingen wollen. Sie muͤſſen nicht in den ſogenannten Strafpredigerton verfallen, und bei jeder Gelegenheit uͤber das Verderben der Zeit, uͤber den Verfall des oͤffentlichen Gottesdienſtes, uͤber die Verachtung der Religion ſeufzen und wehklagen und weiter nichts thun. Dadurch wird in der That nur wenig gewonnen. Hier führen ganz andere Mittel zum Zweck, die bei nachden⸗ kenden Kindern unmoͤglich ohne Erfolg bleiben koͤnnen. Vor allen Dingen muß es das Beiſpiel der Aeltern ſeyn, welches hier gleichſam Wink und Fingerzeig fuͤr ihre Kinder wird. Vaͤter und Muͤtter muͤſſen aus ihrem ganzen Betragen dieſen merken laſſen, daß ſie ſelbſt Re⸗ ligion haben; ſie muͤſſen in ihrer Gegenwart fuͤr alles, was auf Religion und religioͤſe Gegenſtaͤnde Bezug hat, Achtung beweiſen, und dieſe beſonders auch dadurch an den Tag legen, daß ſie den oͤffentlichen Gottesverehrun⸗ gen beiwohnenz; ſie muͤſſen ſorgfaͤltig dafuͤr wachen, daß nicht Religionsſpoͤtter in den jugendlichen Wirkungskreis