Aufsatz 
Über die Mitwirkung der Aeltern zur sittlich-religiösen Bildung ihrer den öffentlichen Schulen anvertrauten Kinder
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

Wer ſieht alſo nicht, was fuͤr große, oft unuͤberwind⸗ liche, Hinderniſſe dem Lehrer von den Aeltern ſeiner Schuͤler und Schuͤlerinnen in den Weg gelegt werden koͤnnen? Wer darf ſich dann wundern, wenn ihm, auch bei der groͤßten Gewiſſenhaftigkeit, an jener Klippe der Erziehung und des Unterrichts alle ſeine Verſuche, ein verzogenes Kind dem Verderben zu er⸗ retten, gaͤnzlich ſcheitern? Wollen ſich daher Vaͤter und Muͤtter von des Lehrers Bemuͤhungen die er⸗ wuͤnſchten Folgen verſprechen, ſo duͤrfen von ihrer Seite die Pflichten der Erziehung nicht vernachlaͤſſigt, ſo muͤſſen dieſe Pflichten nicht, wie es ſo haͤufig der Fall iſt, theilweiſe und mit Unterbrechungen, ſie muͤſſen zu jeder Zeit und in ihrem ganzen Umfange erfuͤllt wer⸗ den. Dann, nur dann, wenn ſie in dem muͤhevollen, ſchwierigen Geſchaͤfte dem Lehrer, wie befreundet, die Haͤnde bieten, wenn dieſer Grundſaͤtze einpraͤgt, und ſie dieſe Grundſaͤtze durch ihr Beiſpiel predigen, wenn jener anbaut und ausſaͤet, und ſie begießen und pfle⸗ gen, nur dann treiben Keime hervor, die ſie als be⸗ waͤhrte und ſichere Ausſichten zu einer kuͤnftigen, reich⸗ geſegneten Erndte fuͤr ihre Bemuͤhungen zum voraus mit der ſuͤßeſten Wonne belohnen.

Vor allen Dingen ſey es der Aeltern hoͤchſtes Be⸗ ſtreben, dem Lehrer in allem, was er an ih⸗ ren Soͤhnen zur Erweckung der Religioſi⸗