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ſchaffenheit mitzutheilen, der uͤber Alles erhaben iſt, und ſelbſt in dem Lande der Unſterblichkeit noch fort⸗ dauert! Dieſe anſpruchsvolle Aufforderung iſt der Zweck meiner Schrift,— und ihre Wirkung nicht ver⸗ fehlt zu ſehen, waͤre fuͤr mich eine entzuͤckende Wonne!
Es iſt nichts Ungewoͤhnliches, daß man die Schu⸗ len fuͤr nichts weiter als fuͤr Unterrichts⸗Inſtitute an⸗ ſieht, in welchen fuͤr die ſittlich⸗religioͤſe Bildung der Jugend nichts oder nur wenig geleiſtet werde und ge⸗ leiſtet werden koͤnne. Ein ſonderbarer Gedanke! Wie? der Lehrer einer Schule, vor deſſen Augen, wenn ſie nicht alle Schaͤrfe verloren haben, ſich der Charakter ſeiner Schuͤler und Schuͤlerinnen in ihrem Thun und Laſſen, in ihrem Schweigen und Reden, oft ſo klar und deutlich ſpiegelt, ſollte nichts thun, als blos un⸗ terrichten? Er ſollte, wenn ſich die Kinder in ſeiner Gegenwart thoͤricht betragen, ſich nicht vaͤterlich be⸗ muͤhen, ſie zu beſonnenen Menſchen zu bilden; oder, wenn ſie ſchadenfroh ihre Mitſchuͤler beleidigen und kraͤnken, ſich nicht widerſetzen und den Geiſt ſchonen⸗ der Liebe und Freundſchaft unter ſie verpflanzen; oder, wenn ihre Triebe und Leidenſchaften brauſen und auf⸗ wallen, dieſe nicht daͤmpfen und ſtillen, und jene Kin⸗ der nicht ſchon feuͤhzeitig in der Selbſtbeherrſchung uͤben? Er ſollte alle Gegenſtaͤnde des Unterrichts blos als Mittel betrachten, den Verſtand aufzuklaͤren und


