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daß er die Namen und Merkmale der Abtheilungen durch Auswendiglernen ſeinem Gedaͤchtniſſe einpraͤgt. Das Naͤhere hieruͤber wird weiter unten bei der Dar⸗ ſtellung der verſchiedenen Lehrſtufen des naturgeſchichtlichen Unterrichts vorkommen.
Eines der vortrefflichſten Mittel zur Foͤrderung der Naturkenntniſſe und Erweckung des Naturſinnes, zur Anregung der geiſtigen Selbſtthaͤtigkeit und Bil⸗ dung der Geiſteskraͤfte der Jugend gewaͤhret das Selbſtbeſtimmen unbe⸗ kannter Pflanzen nach einem zu dieſem Zwecke paſſend eingerichteten Lehr⸗ buche. Schon auf den hoͤheren Stufen unſrer Paͤdagogien kann dieſe Uebung beginnen; ſie ſetzt aber voraus, daß ſich ein analytiſch abgefaßtes Lehrbuch, wie Cuͤries Anleitung, Kochs botaniſches Handbuch, J. G. Fiſchers Pflanzen⸗ reich, in den Haͤnden des Schuͤlers befinde. Denn nach einer der vorhandenen inlaͤndiſchen Floren von Doͤrrien, Leers, Hergt, Jung oder einem andern in die⸗ ſer Form abgefaßten Lehrbuche der Botanik eine unbekannte Pflanze dem Genus und der Species nach zu beſtimmen, kann billiger Weiſe dem Schuͤler nicht zu⸗ gemuthet werden.
Wie in dem naturgeſchichtlichen, ſo werde auch in dem phyſikali⸗ ſchen Unterrichte nur eine ſolche Lehrmethode angewendet, welche den Schuͤler zur geiſtigen Selbſtthaͤtigkeit, zum Selbſtbeobachten und Selbſtfinden der Wahrheit noͤthigt. Vorerſt muß der Schüler, wie ſchon oben gezeigt worden iſt, durch eigne aufmerkſame Beobachtung der zu er⸗ klaͤrenden Erſcheinung den Gang derſelben mit allen dabei vorkommenden That⸗ ſachen genau und vollſtaͤndig auffaſſen. Daher richte man durch zweckmaͤßige Fragen ſeinen Blick und ſein Nachdenken auf die im gemeinen Leben vorkom⸗ menden Faͤlle, rufe ihm die dabei ſchon gemachten Erfahrungen und Beobach⸗ tungen in die Erinnerung zuruͤck, und veranlaſſe ihn, neue zu machen. Wo man damit nicht ausreicht, muͤſſen Experimente zu Huͤlfe kommen. Schickliche Fragen werden es dem Schuͤler moͤglich machen, alle die Erſcheinung charakteriſirenden Thatſachen aufzufaſſen, das Beharrliche und Geſetzmaͤßige dabei zu erkennen, das Weſentliche vom Zufaͤlligen zu ſcheiden, zuſammengeſetzte Phaͤnomene in einfachere zu zerfaͤllen, und die Erſcheinungen gleich den Naturproducten zu vergleichen, zu⸗ ſammenzufaſſen und zu ordnen. Auch hier halte man ſtrenge darauf, daß der Schuͤler ſeine gemachten Beobachtungen muͤndlich oder ſchriftlich mit Worten deut⸗ lich und beſtimmt wiedergebe. Erſt wenn ſich ſo der Seele des Schuͤlers von einer Reihe zuſammengehoͤriger Phaͤnomene ein deutliches Bild eingepraͤgt hat, richte man ſein Nachdenken auf die gemachten Erfahrungen und Beobachtungen, damit er durch ſelbſtthaͤtige Kraft ſeines Geiſtes in der ſinnlich wahrnehmbaren Erſcheinung die dabei wirkenden verborgenen Naturkraͤfte und die ſie beherrſchen⸗ den Naturgeſetze zu erkennen vermoͤge. Wo es die Stufe ſeiner mathematiſchen Ausbildung erlaubt, laſſe man ihn ſeine mathematiſchen Kenntniſſe zur Begruͤn⸗ dung phyſikaliſcher Wahrheiten anwenden. Nicht allein wird dieſes ſeine phyſi⸗ kaliſchen Kenntniſſe vervollkommnen und befeſtigen, ſondern auch zur formellen


