Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 1. Teil
Entstehung
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dadurch gebildeten Gruppen in logiſcher und natuͤrlicher Ordnung neben und unter einander ſtellen laͤßt. Durch ſolche Uebungen wird nicht allein die Kennt⸗ niß der einzelnen Naturproducte verdeutlicht und befeſtigt, und eine klare Ein⸗ ſicht in den Zuſammenhang derſelben gewonnen, ſondern es eroͤffnet ſich dadurch zugleich ein weites und fruchtbares Feld zur Anregung und Unterhaltuug der gei⸗ ſtigen Selbſtthaͤtigkeit der Schuͤler, und bietet ſich ein vorzuͤgliches Mittel dar zu mannichfaltigen Uebungen im Anſchauen, Beobachten, Denken und Sprechen. Am zweckmaͤßigſten beginnt man mit der Vergleichung verſchiedener Individuen derſelben Art; dadurch gelangt der Schuͤler zur Erkenntniß ihrer weſentlichen und nothwendigen Merkmale, und ſo zu dem Begriffe der Species. Durch fortgeſetzte Vergleichungen laſſe man ihn zu immer hoͤheren Begriffen und zuletzt zu dem Begriff eines Reiches aufſteigen. Uebrigens koͤnnen mannichfaltige Abwechslungen in dieſe Uebungen gebracht werden, wodurch das Intereſſe der Jugend dafuͤr geſteigert, und die bildende Kraft derſelben erhoͤhet werden wird. So kann man auch ſtatt des eben angegebenen analytiſchen Verfahrens, welches durch fortgeſetzte Abſtractionen von dem Speciellen zum Allgemeinen fortſchreitet, ſynthetiſch hoͤhere und allgemeinere Gruppen in ihre untergeordneten, niederen und ſpecielleren Ab⸗ theilungen zerfallen laſſen. Ferner kann man den Schuͤlern die Aufgabe ſtellen, ſelbſt Merkmale aufzuſuchen, nach welchen beſchriebene oder vorliegende Gegen⸗ ſtaͤnde in natuͤrliche Gruppen zuſammengefaßt, oder hoͤhere Abtheilungen in nie⸗ dere zerfaͤllt werden koͤnnen; oder man kann den Schuͤlern gewiſſe Theile und Merkmale angeben, um darnach eine Anzahl beſchriebener oder vorliegender Natur⸗ producte einzutheilen. Auch das Nebeneinanderſtellen und Vergleichen natuͤrlicher Gegenſtaͤnde gewuͤhret eine nuͤtzliche Uebung des Witzes und Scharfſinnes, und 55 zur Wefatderung einer deutlichen Kenntniß der einzelnen Gegenſtaͤnde ſelbſt hr viel bei.

Die Schuͤler der niederen Gelehrtenſchule vermoͤgen nicht zu der Hoͤhe der Naturkenntniß zu gelangen, daß ihnen ein klares Verſtaͤndniß des natuͤrlichen Syſtems in ſeinem ganzen Umfange moͤglich waͤre. Daher liegt dieſes Ziel, welches dem Menſchen die Natur in ihrer ganzen Harmonie und Vollkommenheit enthuͤllt, außer der Sphaͤre unſrer Paͤdagogien. Dazu vorbereiten aber und be⸗ fähigen ſoll der Unterricht ſchon auf dieſer Stufe, theils durch Zuſammenordnen der beſchriebenen Gegenſtaͤnde in natuͤrliche Gruppen, theils durch Einuͤben eines leicht uͤberſichtlichen und verſtaͤndlichen und dem Naturſyſtem moͤglichſt nahe ſtehen⸗ den kuͤnſtlichen Syſtemes. Fuͤr die Zoologie eignet ſich hier am beſten das Lin⸗ neiſch⸗Blumenbachiſche, verſteht ſich mit manchen den neueren Forſchungen ange⸗ paßten Modificationen, fuͤr die Botanik das Linneiſche, fuͤr die Mineralogie das Wernerſche. Zur klaren Einſicht in eine ſyſtematiſche Eintheilung und Anordnung der Naturerzeugniſſe gelangt der Schuͤler am beſten durch die oben angedeuteten, mit der Beſchreibung merkwuͤrdiger Naturerzeugniſſe verbundenen Uebungen im Vergleichen, Zuſammenordnen und Eintheilen derſelben; keineswegs aber dadurch,