Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 1. Teil
Entstehung
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geſchichte, wenn er nach naturgemaͤßer Methode und nit Erfolg betrieben werden ſoll, Sammlungen und Bilderwerke ein ebenſo dringendes Beduͤrfniß, als fuͤr den Unterricht in der Erdkunde Globen und Landkarten. Nur muß die Sammlung in Hinſicht der Aus⸗ wahl der Gegenſtaͤnde, ihrer Anordnung und ganzen Einrichtung dem Zwecke der Schule und des naturgeſchichtlichen Unterrichts entſprechen, und dem Lehrer den ſteten und zweckmaͤßigen Gebrauch bei ſeinem Unterrichte geſtatten. Außer den fuͤr den Jugendunterricht wichtigſten Naturerzeugniſſen aller Reiche und aller Thierklaſſen ſollte ſie insbeſondere ſaͤmmtliche Pflanzen⸗ und Mineralienarten des Vaterlandes, die letzteren mit ihren haͤufigſten und intereſſanteſten Modificationen, ſo wie die einheimiſchen Inſekten, beſonders die Schmetterlinge und Kaͤfer, in moͤglichſter Vollſtaͤndigkeit enthalten. Außerdem wuͤrde eine Sammlung von Praͤ⸗ paraten beſonders wichtiger Koͤrpertheile ſolcher Thiere, welche wegen ihrer Groͤße der Sammlung nicht einverleibt werden koͤnnen, ſo wie der merkwuͤrdigſten Er⸗ zeugniſſe des thieriſchen Inſtinctes ſehr inſtructiv ſein. Aber auch um der Aus⸗ bildung der Lehrer Willen iſt fuͤr eine jede Anſtalt, welche die Naturgeſchichte in den Kreis ihrer Unterrichtsgegenſtaͤnde aufgenommen hat, der Beſitz naturge⸗ ſchichtlicher Sammlungen in nicht geringerem Grade Beduͤrfniß, als die Anlegung einer Bibliothek, zumal fuͤr ſolche Anſtalten, wo keine wiſſenſchaftlich gebildeten Fachlehrer der Naturgeſchichte angeſtellt ſind. Denn hier geſchieht es haͤufig, daß der naturgeſchichtliche Unterricht Lehrern uͤbertragen wird, welchen alle Natur⸗ kenntniſſe mangeln, und welchen daher die Faͤhigkeit zur Ertheilung eines zweck⸗ maͤßigen und erfolgreichen Unterrichts in dieſem Fache und alſo auch Luſt und Liebe dazu fehlen. Sich aber durch das Studium naturgeſchichtlicher Werke die fehlenden Kenntniſſe in hinreichendem Grade und in Bezug auf alle Theile der Naturgeſchichte zu erwerben, iſt, ohne den Mitgebrauch einer Sammluug oder umfaſſender, fuͤr den Einzelnen in der Regel zu koſtſpieliger Kupferwerke, durch⸗ aus unmoͤglich, und ſich durch Anlegung oder Ankauf eigner Sammlungen in dieſem Fache auszubilden, dazu hat nicht ein Jeder Zeit, Gelegenheit und Mittel. Auf der Hochſchule aber, wo ſich der dem hoͤheren Lehrfache beſtimmte Studie⸗ rende fuͤr einen jeden Zweig des Gymnaſialunterrichts theoretiſche und praktiſche Tuͤchtigkeit erwerben ſollte, wird theils aus verkehrten Anſichten von den einem Gymnaſiallehrer nothwendigen Kenntniſſen und Fertigkeiten, theils wegen der, trotz der Wuͤnſche und Bemuͤhungen einſichtsvoller Schulmaͤnner noch immer ſo einſeitigen und mangelhaften Einrichtung der dort fuͤr paͤdagogiſche Berufsbildung beſtehenden praktiſchen Anſtalten, das Studium der Naturwiſſenſchaft, beſonders das der Naturgeſchichte, in der Regel ganz und gar vernachlaͤſſigt.

Wie der naturgeſchichtliche Unterricht von der Anſchauung der Naturerzeug⸗ niſſe, ſo muß der Unterricht in der Naturlehre von der Beobach⸗ tung der Naturerſcheinungen ausgehen, und gaͤnzlich daran ge⸗ knuͤpft werden. Man mache die Schuͤler auf ihre im gewoͤhulichen Leben