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gemachten Beobachtungen aufmerkſam, veranlaſſe ſie, neue zu machen, und ergaͤnze das Fehlende durch Experimente, welche man waͤhrend des Unterrichts vor den Augen der Schuͤler anſtelle, oder von den Schuͤlern ſelbſt anſtellen laſſe. So muß der Schuͤler zuerſt durch eigne Beobachtung alle bei einer zu erklaͤrenden Er— ſcheinung vorkommende Thatſachen in ihrem geſetzmaͤßigen Gange und Verlaufe mit Sinn und Verſtand vollſtaͤndig und klar auffaſſen. Dann erſt lenke man ſein Nachdenken auf die dabei waltenden Geſetze und wirkenden Kraͤfte. Daher muß dem phyſikaliſchen Unterrichte ein hinreichender phyſikaliſcher Apparat, damit man die zur Veranſchaulichung der Naturerſcheinungen nothwendigen Ex⸗ perimente vornehmen koͤnne, zu Gebote ſtehen.
So ſei alſo fuͤr den geſammten naturwiſſenſchaftlichen Unterricht erſtes und hoͤchſtes Geſetz, daß er von der Anſchauung der Natur ſelbſt ausgehe, und den Schuͤler in die Natur ſelbſt einfuͤhre. An die Beobachtung desſelben iſt aber noch die Erfuͤllung einer zweiten, wie fuͤr einen jeden bildenden Unter— richt, ſo beſonders fuͤr einen erfolgreichen Unterricht in der Naturkunde aͤußerſt wichtige Bedingung geknuͤpft, daß der Unterricht ſtets die geiſtige Selbſtthaͤtigkeit des Schuͤlers in Anſpruch nehme. „Alles anhaͤufende Vorleſen naturhiſtoriſcher, erdbeſchreibender, geſchichtlicher, an— tiquariſcher Kenntniſſe gibt dem Bildungstriebe nur Stoffe, nicht Reize und Kraͤfte.“ J. Paul.„Allein die Entwicklung der geiſtigen Thaͤtigkeit durch den Un⸗ terricht iſt es, die da Luſt an der Erkenntniß, rein als ſolcher, hervorbringt, und ſo auch das Gemuͤth der ſittlichen Bildung offen erhaͤlt. Dagegen das bloß bil⸗ dende Empfangen laͤhmt und toͤdtet ebenſo die Erkenntniß, wie es ihm Beduͤrf⸗ niß iſt, den ſittlichen Sinn in Grund und Boden hinein zu verderben.“ Fichte. „Die Gegenſtaͤnde des Wiſſens müſſen vom Schuͤler ſelbſt gewonnen aber nicht angenommen, vom Lehrer angegeben aber nicht gegeben werden. Das Letzte ſchafft nichts, als mit Buͤchern bepackte Menſchen, die in der Regel um ſo dummer und eingebildeter ſind, je ſchwerer ſie tragen. Die Erregung und Verſtaͤrkung der Selbſt⸗ thaͤtigkeit iſt der Leitſtern, den man nie aus den Augen verlieren muß.“ Seiden⸗ ſtuͤcker.„Entwicklung und Bildung kann einem Menſchen gegeben oder mitge⸗ theilt werden; Jeder, der ihrer theilhaftig werden will, muß ſie ſich durch eigne Thaͤtigkeit, eigne Kraft, eigne Anſtrengung erwerben.“ Dieſterweg.„Alles bloß aufgenommene Wiſſen iſt krank und macht krank.“ Dahlmann. Daher ſei auch in dem naturwiſſenſchaftlichen Unterricht, wie Cajetan Weiler ſagt, der Lehrer nur ein anregender, treibender, unterſtuͤtzender Freund und Veranlaſſer zur Selbſt— bildung; auch hier iſt, wie in der Erziehung, der einſylbige Lehrer der beſte. Durch ſchickliche Fragen des Lehrers angeregt, entwickele der Schuͤler die Naturkenntniß ſelbſtthaͤtig aus unmittelbarer, lebendiger Anſchauung, damit er ſelbſtdenkend und mit Bewußt⸗ ſein zur Kenntniß der Natur gelange, nicht durch bloßes Hoöͤ⸗ ren oder Lehren und Einpraͤgen des Gehöoͤrten oder Geleſenen.
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