Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 1. Teil
Entstehung
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andere Jagd, zur Leidenſchaft, und floͤße leicht Habſucht fuͤr ihren Gegenſtand ein, wodurch dann die uneigennuͤtzige Freude an Schoͤnheit und Symmetrie der Naturgegenſtaͤnde von ſelbſtſuͤchtiger Betrachtungsweiſe verdraͤngt werde; das Sammeln arte gar zu leicht in bloße Liebhaberei und kindiſche Spielerei aus; das Toͤdten der Thiere koͤnne dem Gemuͤthe des Knaben rohe Unempfindlichkeit, ja einen Hang zur Grauſamkeit einfloͤßen. Daher ſchlaͤgt z. B. Blaſche in ſei⸗ ner Schrift:Naturbildung vor, Sammlungen von abgebildeten Inſekten von den Schuͤlern anlegen zu laſſen. Allein auf den meiſten Anſtalten wird Zeit und Fertigkeit hierzu fehlen, es muͤßte denn, was vielfaͤltig vorgeſchlagen wird z. B. von Kapp, der Zeichnenunterricht mit dem naturgeſchichtlichen in naͤhere Verbin⸗ dung geſetzt werden. Wenn auch allerdings bei einzelnen Knaben jene nachthei⸗ ligen Folgen des Sammelns lebendiger Inſekten Statt finden ſollten, ſo verdient doch dieſe Beſchaͤftigung keineswegs als abſolut nachtheilig fuͤr den Charakter der Jugend verworfen zu werden. Der Lehrer ſuche nur durch Belehrung und Ermahnung jene Entartungen zu verhuͤten, und das Anlegen von Inſektenſamm⸗ lungen in eine fuͤr den Unterricht, wie fuͤr die Bildung der Jugend, nuͤtzliche Be⸗ ſchaͤftigung zu verwandeln. Selbſt das Anlegen von Pflanzenſammlungen haͤlt Blaſche fuͤr unzweckmaͤßig, theils weil deren Conſervirung nur ſehr unvollkom⸗ men moͤglich ſei, theils weil durch die oͤftere Anſchauung verblichener, zuſammen⸗ geſchrumpfter und naturwidrig eingelegter Pflanzen die Entwicklung des Sinnes fuͤr das Schoͤne und Vollkommene in der Natur gefaͤhrdet werden koͤnne. Daher will er auch hier Sammlungen gezeichneter Pflanzen von den Schuͤlern angelegt wiſſen. Allein ſo lange die Anfertigung ſolcher gezeichneten Sammlungen im Reiche der Unmoͤglichkeit liegt, iſt die Anlegung lebender Herbarien zur Befeſti⸗ gung der botaniſchen Kenntniſſe und zum Behufe der ſo noͤthigen Wiederholungen ein nothwendiges Huͤlfsmittel des Unterrichts in der Pflanzenkunde, und ſchon aus dieſem Grunde der Jugend anzuempfehlen, wenn man auch die uͤbrigen da⸗ mit verbundenen Vortheile außer Acht laſſen wollte. Freilich muß der Lehrer ſeinen Schuͤlern Anleitung geben, den Pflanzen ſo viel als moͤglich ihren natuͤr⸗ lichen Habitus und ihre friſche Farbe bei dem Einlegen und Trocknen zu erhalten, und die Sammlung vor Verderbniß zu bewahren.

Die mit den Schuͤlern in der Umgegend der Anſtalt vorzunehmenden Excur⸗ ſionen werden zwar dem Lehrer der Naturkunde fuͤr mehrere Zweige ſeines Unter⸗ richts, wie fuͤr die Mineralogie, Botanik und Entomologie, den zweckmaͤßigſten Lehrſtoff in reicher Fuͤlle darbieten; allein theils ſind nicht alle Naturgegenſtaͤnde, welche gleichwohl im Unterrichte beſchrieben werden muͤſſen, geeignet, von den Schuͤlern eingeſammelt und aufbewahrt zu werden, theils gibt es in allen Theilen der Naturgeſchichte eine Menge wichtiger und wiſſenswerther Gegenſtaͤnde, welche ſich in der Umgebung der Anſtalt nicht vorfinden, oder ſich doch wegen ihrer Seltenheit oder ihres Aufenthaltes oder anderer Umſtaͤnde nicht leicht auffinden und einſammeln laſſen. Daher ſind fuͤr den Unterricht in der Natur⸗

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