Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 1. Teil
Entstehung
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ſchraͤnken, den Schuͤler die Naturerzeugniſſe in der Schulſtu⸗ be todt und vereinzelt anſchauen zu laſſen, ſondern er muß mit ſeinem Schulunterrichte ſtets naturhiſtoriſche Excurſionen verbinden. So fuͤhre er ſeine Schuͤler in die Natur ſelbſt ein, laſſe ſie das in der Lehrſtunde Erlernte in der Natur wieder finden, und die Naturerzeugniſſe in ihrem Leben und Weben, in ihrer Verbindung, in ihren natuͤrlichen Verhaͤlt⸗ niſſen zu einander und in den verſchiedenen Zuſtaͤnden ihres Lebens betrachten. Naturhiſtoriſche Excurſionen gehoͤren zu den nothwendigſten Huͤlfsmitteln des naturgeſchichtlichen Unterrichts. Ohne ſie ge⸗ woͤhnt ſich der Schuͤler ſehr leicht daran, den Unterricht uͤber die Naturdinge von der Natur ſelbſt zu trennen. Sie ſind das beſte Mittel zur Vorbereitung auf den Schulunterricht, zur Wiederholung, Befeſtigung, Belebung und Anwendung des in der Schule erworbenen Wiſſens. Am zweckmäßigſten werden ſie ſo einge⸗ richtet, daß ſie den naturgeſchichtlichen Lehrſtunden hauptſaͤchlich den Stoff zum Unterricht und zu Wiederholungen liefern. Außerdem machen ſie den Schuͤler mit der Fauna, Flora und Vulcana ſeiner Gegend ſpielend bekannt, und bieten dem Lehrer vielfache Gelegenheit dar, die Naturkenntniſſe ſeiner Schuͤler auf eine an⸗ ziehende Weiſe uͤber das Schulwiſſen hinaus zu erweitern, ihre Geiſteskraͤfte auf mannichfache Weiſe anzuregen, ihre Wißbegierde und ihren Forſchungstrieb zu beleben, ihren Thaͤtigkeitstrieb auch in ihren Erholungsſtunden auf ein nuͤtzliches Ziel zu richten, und ihnen Liebe und Achtung gegen die Natur und ihren Schoͤpfer einzufloͤßen. Sie ſind dem Lehrer ein Mittel, den Charakter ſeiner Zoͤglinge ſchaͤrfer zu beobachten, und ſo ein richtigeres Urtheil uͤber ihre Geſinnungs⸗ und Handlungsweiſe zu faͤllen. Dem Schuͤler geben ſie Gelegenheit, auch außer den Schulſtunden ſich ſeinem Lehrer mehr zu naͤhern und in haͤufigere Verbindung mit ihm zu treten, wodurch ſich ſein Vertrauen und ſeine Liebe zu ihm ver⸗ mehren muß. Sie ſind, zumal wenn damit das Anlegen von Naturalienſamm⸗ lungen verbunden wird, das angenehmſte, unſchuldigſte und nuͤtzlichſte Ver⸗ gnuͤgen der Jugend in ihren Erholungsſtunden, und zugleich ein treffliches Mittel zur Uebung, Ausbildung und Kraͤftigung ihres Koͤrpers. In dieſem Sinne ſagt Thierſch:Wird nur der Knabe in der Grammatik ſtreng gehalten, ſo braucht man ihm daneben die Freude an Schmetterlingen und Steinen, und was ſonſt ſeine Aufmerkſamkeit duf die ihn umgebende Natur richtet, nicht zu verkuͤmmern. Zugleich bieten ſie Gelegenheit dar, zu Hauſe bei unguͤnſtiger Witterung und Jahreszeit die arbeitsfreien Stunden mit mancherlei fuͤr Koͤrper und Geiſt gleich heilſamen Beſchaͤftigungen, welche zur Aufbewahrung, Anordnung und Conſervi⸗ rung der geſammelten Gegenſtaͤnde nothwendig ſind, anzufuͤllen. So wird auf die zweckmaͤßigſte Weiſe den nachtheiligen Folgen entgegengewirkt, womit nicht ſelten verkehrte paͤdagogiſche Anſichten, ſo wie Eitelkeit und Ruhmſucht der Eltern und Lehrer die Geſundheit des jugendlichen Koͤrpers und Geiſtes bedrohen. Solche Beſchaͤftigungen mit der Natur ſind ein geeignetes Mittel zur Verhuͤtung der ver⸗