Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 1. Teil
Entstehung
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die in der Sammlung der Anſtalt befindlichen natuͤrlichen Exemplare gewaͤhren, theils muͤſſen hier bildliche Darſtellungen, oder noch beſſer koͤrperliche Nachbil⸗ dungen in Gyps oder andern bildſamen Stoffen ergaͤnzend eintreten.

Zur Veranſchaulichung der geognoſtiſchen Beſchaffenheit der Um⸗ gegend und des Vaterlandes dienen Excurſionen und geognoſtiſche Karten.

Wer ſich eine gruͤndliche Kenntniß der Thiere und des thieriſchen Lebens, wer ſich uͤberhaupt Einſicht in das Naturleben verſchaffen will, dem duͤrfen die wundervollen Erzeugniſſe des thieriſchen Inſtinctes nicht unbekannt bleiben. Die ſogenannten Inſtincte der Thiere, ſagt Jean Paul, ſollten als die groͤßten Wunder der Schoͤpfung, und wieder als der Schluͤſſel und Inhalt aller anderen Wunder angeſehen werden. Daher ſuche man der Jugend auch von den merkwuͤrdigſten Gegenſtaͤnden dieſer Art, wie von beſonders kunſtvollen Vogelne⸗ ſtern und Inſektenwohnungen, von Anſtalten der Inſekten zum Fangen ihres Raubes, zum Schutze und zur Ernaͤhrung ihrer Nachkommenſchaft, zur Abwehr ihrer Feinde u. dgl. eine anſchauliche Kenntniß zu verſchaffen. Die Mittel hierzu liefert theils die Natur ſelbſt in reichlicher Menge, theils muͤſſen auch hier zweck⸗ maͤßige Abbildungen das Mangelnde erſetzen.

Die Lehre von der geographiſchen Verbreitung der Naturprodukte iſt theils fuͤr jeden Gebildeten ſo intereſſant, theils fuͤr das praktiſche Leben, wie fuͤr das Studium der Laͤnder⸗, Voͤlker⸗- und Geſchichtskunde ſo wichtig, daß auch hiervon dem Schuͤler der Paͤdagogien das Weſentlichſte mitgetheilt werden muß. Zu ihrer Veranſchaulichung dient der Gebrauch beſonderer Produkten⸗ karten, ſo wie uͤberhaupt der ſtete Mitgebrauch der Landkarte bei dem Unter⸗ richte uͤber auslaͤndiſche Naturerzeugniſſe ein zweckmaͤßiges Huͤlfsmittel iſt, dus Vaterland deſſelben dem Gedaͤchtniſſe des Schuͤlers feſter einzupraͤgen, und dem Unterrichte ein erhoͤhtes Intereſſe zu geben. Von einer Vermiſchung des natur⸗ geſchichtlichen Unterrichts mit einem heterogenen Lehrſtoffe kann hier um ſo weniger die Rede ſein, da nicht allein Natur-, Erd- und Geſchichtskunde ſehr nahe ver wandte und auf das engſte mit einander verbundene Faͤcher ſind, ſondern uͤber⸗ haupt ſaͤmmtliche Zweige des Schulunterrichts keineswegs als iſolirte, von ein⸗ ander voͤllig unabhaͤngige Ganze betrachtet und als ſolche in moͤglichſt weiter Ent fernung von einander gehalten, im Gegentheil vielmehr bei jeder ſich darbietenden Gelegenheit als Glieder eines organiſchen Ganzen, als Mittel eines Hauptzweckes zu gegenſeitiger Belebung, Beleuchtung und Ergaͤnzung mit einander in Verbin⸗ dung geſetzt werden ſollten.

Will der Lehrer der Naturkunde ſeinen Unterricht moͤglichſt wirkſam fuͤr allſeitige Geiſtesbildung ſeiner Zoͤglinge machen; will er dadurch nicht allein ein klares, lebendiges und ſicheres Wiſſen begruͤnden, ſondern auch dem Gemuͤthe der Jugend Sinn fuͤr die Natur einfloͤßen und ſie zu ſelbſtthaͤtiger Erweiterung ihrer in der Schule erworbenen Naturkenntniſſe befaͤhigen; will er die Jugend zur Er⸗ kenntniß des Naturlebens fuͤhren: ſo darf er ſich keineswegs darauf be⸗