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fuͤhl ungeruͤhrt bleiben?„Ein alter Griechiſcher Weiſer wurde bei einem Schiffbruche mit ſeinen Gefaͤhrten an das Geſtade geworfen, und erblickte hier im Sande geome⸗ triſche Figuren. Da ſagte er: Faſſen wir gute Hoffnung, denn ich ſehe Spuren von Menſchen. Was ſoll der Gebirgsforſcher ſagen, wenn ihm auf ernſter Wan⸗ derung im oͤden Gebirge klare Kryſtalle entgegen leuchten? Nicht auch: Herz, faſſe gute Hoffnung, denn ich ſehe Spuren Gottes. Troͤſtende Spuren der ewigen Weisheit, ihr in der einſam ſtillen Nacht der Vorzeit vor Menſchen Ge⸗ denken und Gedanken gebildete wundervolle Steine, in eure tiefſinnige Schoͤnheit vertieft ſich der Menſch, der Spaͤtling. Das Ebenbild Gottes ſucht einzig Gott.“ K. v. Raumer uͤber den Unterricht in der Naturkunde. Dieſer kryſtallographiſche Unterricht verlangt die Anſchauung vollkommen ausgebildeter Kryſtalle, oder in Ermangelnng derſelben kuͤnſtlicher Modelle aus Holz, Thon oder Pappe. Die aus weichem Thon gefertigten Kryſtallmodelle ſind beſonders zu dem Zwecke empfehlungswerth, um an ihnen die Entſtehung der abgeleiteten Formen aus Einer Grundform und die Theilbarkeit eines Kryſtalls in kleinere auf eine anſchau⸗ liche Weiſe zu zeigen.
In dem mineralogiſchen Unterrichte bringe man außer der Geſtalt des ganzen Minerals(Kryſtalliſation) und der Geſtalt ſeiner Theile(Theilbarkeit und Bruch) noch die übrigen aͤußeren Merkmale der Mineralien zur An⸗ ſchauung des Schuͤlers, die Lichterſcheinungen(Glanz, Grade der Durchſichtigkeit, Farbe, Strich), die Cohaͤrenz, ihrem Grade(Haͤrtegrad) und ihrer Art nach, das ſpecifiſche Gewicht, die etwaigen Einwirkungen auf Geſchmack, Geruch, Gefuͤhl, Gehoͤr, die magnetiſchen und elektriſchen Erſcheinungen. Unter dieſen beduͤrfen Cohaͤrenz und ſpecifiſches Gewicht, zwei ſehr wichtige Unterſcheidungs⸗ merkmale, zu ihrer Veranſchaulichung einiger einfachen Apparate, die erſtere namentlich eine Sammlung der zehn, zur Unterſcheidung der verſchiedenen Haͤrte⸗ grade angenommenen Mineralarten. Die chemiſchen Unterſcheidungsmerkmale, ſo wichtig ſie fuͤr eine gruͤndliche und wiſſenſchaftliche Kenntniß der Mineralien ſind, muͤſſen auf Anſtalten, wie unſre Paͤdagogien ſind, in den Hintergrund treten; denn ſie durch Experimente zur Anſchauung des Schuͤlers zu bringen, moͤchte hier ſchwerlich ſtatthaft ſein, ohne Veranſchaulichung aber wird der Schuͤler nie zu einem klaren und feſten Auffaſſen derſelben gelangen. Man beſchraͤnke ſich alſo, wo die chemiſchen Merkmale nicht umgangen werden koͤnnen, auf eine allgemeine Angabe derſelben; nur moͤchte es wuͤnſchenswerth ſein, auch das Ge⸗ biet der Gelehrtenſchule keineswegs uͤberſchreiten, wenn wenigſtens an einigen der wichtigſten Mineralien leichte chemiſche Verſuche mit Saͤuren und dem Loͤthrohre vor den Augen der Schuͤler angeſtellt werden koͤnnten.
Einen intereſſanten und bildenden Theil der Mineralogie macht die Petre⸗ factenkunde aus, und von dieſer muͤſſen wenigſtens die wichtigſten Reſultate dem Schuͤler mitgetheilt werden. Die noͤthige Veranſchaulichung werden hier theils die in der Umgegend von den Schuͤlern und dem Lehrer geſammelten, theils


