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durch ein gutes Mikroſcop betrachten zu laſſen, ſo zeige man ihnen wenigſtens vergroͤßerte bildliche Darſtellungen ſolcher mikroſcopiſchen Gegenſtaͤnde, z. B. von den innern Organen der Gewaͤchſe, den Theilen und Organen der Kryptogamen, kleinen Theilen der Phanerogamen, kleinen Inſekten und Inſekten⸗ theilen, Infuſorien, kleinen Kryſtallen und dgl. Beſonders intereſſant wird es ſein, neben den vergroͤßerten natuͤrlichen Objecten die feinſten Gegenſtaͤnde menſch⸗ licher Kunſt in gleichmaͤßiger Vergroͤßerung zu betrachten, wie z. B. neben der Spitze eines Bienenſtachels die Spitze einer Engliſchen Nadel, neben den Faͤden eines Spinnengewebes die Faͤden der feinſten Bruͤſſeler Spitzen. Die Unerreich⸗ barkeit der Natur in der Regelmaͤßigkeit und Feinheit ihrer Werke wird dem Menſchen ſo auf das klarſte vor Augen treten*).
Zur Veranſchaulichung der phyſiſchen Anthropologie verdienen gute anatomiſche Abbildungen, von gehoͤriger Groͤße und mit zarter Ruͤckſicht auf den Gebrauch beim Jugendunterrichte bearbeitet, den Vorzug vor menſchlichen Schaͤ⸗ deln, Skeletten und praͤparirten Koͤrpertheilen; denn„das Spielen mit Knochen, Schaͤdeln und Gliedern, die einſt ein denkender Geiſt bewohnte, paßt nicht fuͤr Kinder; ſelbſt der ſeelenloſe Leichnam muß ihnen als Huͤlle einer gottaͤhnlichen Natur heilig bleiben.“ Niemeier.
In jedem Zweige der Naturgeſchichte muͤſſen zwar die aͤußern Theile der Naturkoͤrper und diejenigen Merkmale, welche ſich ohne mechaniſche und chemi⸗ ſche Zerlegung mit unbewaffnetem Auge wahrnehmen laſſen, vorzugsweiſe Gegen⸗ ſtand der Anſchauung ſein; aber der Schuͤler muß doch bei jeder Gelegenheit auch auf den innern Bau der Thiere und Pflanzen aufmerkſam gemacht werden. Denn hier offenbaren ſich dem Auge des Menſchen die groͤßten Wun⸗ der; hier erkennt er auf das klarſte das Bildungsgeſetz, welches durch die ganze organiſche Schoͤpfung herrſcht, und nach welchen ſie ſtufenweiſe von dem einfach⸗ ſten Organismus der Infuſorien bis zum Meiſterſtuͤck der irdiſchen Schoͤpfung, dem Menſchen, fortſchreitet; hier uͤberzeugt er ſich auf das deutlichſte von der gottlichen Weisheit und Guͤte, welche aus allen Theilen der irdiſchen Schoͤpfung zu dem denkenden und fuͤhlenden Beobachter der Natur ſpricht. Auch ſteht der innere Bau der Thiere in ſo inniger Verbindung und Wechſelwirkung mit ihrer aͤußern Einrichtung, ihren Beduͤrfniſſen und ihrem ganzen Leben, und die Kennt⸗ niß des inneren Organismus iſt ſo wichtig fuͤr die Bildung natuͤrlicher Familien, daß ſchon auf den untern Stufen uͤberall mit zweckmaͤßiger Kuͤrze auch auf die
*) Das Thier werde auf jede Weiſe dem Kinde nahe gebracht. Das kleine Jhier werde vom Vergroͤßerungsglaſe ans Auge und Herz geruͤckt. Dadurch wird man ein Hausfreund des Blattinſaſſen. Das Vorurtheil, das nach dem Rekrutenmaße das Leben ſchaͤtzet— warum wird aber nicht der Elephant und Wallfiſch hoͤher geſtellt, als wir?— verſchwindet durch die Unendlichkeit, welche in jedem Leben dieſelbe iſt. J. Paul.
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