Aufsatz 
Über den naturwissenschaftlichen Unterricht in den unteren Klassen der Gelehrten-Schulen oder auf Pädagogien und Progymnasien : 1. Teil
Entstehung
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Sinne unterſcheidet ſchon Rollin in ſeinem Werke:de la manière d'enseigner et d'étudier les belles lettres eine physique des enfans und eine physique des savans. Von der erſteren ſagt er:Elle n'est attentive qu'aux objets- mes, et à ce qui frappe tes sens; von der letzteren:Elle en examine à fond la nature, et täche d'en découvrir les causes. Lieblingsneigung zu ſolchen Stu⸗ dien, Ueberſchaͤtzung des ihm angewieſenen Lehrfaches, gewoͤhnlich eine Folge ein⸗ ſeitiger Bildung, und Streben nach falſcher Gruͤndlichkeit verleitet nicht ſelten die Lehrer der Naturkunde, wie zu materiellen Uebertreibungen, ſo zu dieſer verkehr⸗ ten wiſſenſchaftlichen Behandlung; oft aber iſt ſie auch das Erzeugniß eigner Unwiſſenheit und Unkunde des Lehrers, welcher den naturwiſſenſchaftlichen Unter⸗ richt ohne vorhergegangene Studien ertheilen ſoll, und ſich nun genoͤthigt ſieht, ſeinen Unterricht nach dem erſten beſten wiſſenſchaftlich abgefaßten Lehrbuche zu ertheilen. Sehr zu beherzigen iſt namentlich fuͤr den Lehrer der Naturkunde das, was in dem Erlaſſe des Koͤniglich Preußiſchen Miniſteriums des Unterrichts in Betreff der durch die Schrift des Medicinalraths Dr. Lorinſerzum Schutz der Geſundheit in den Schulen veranlaßten Unterſuchungen des Gymnaſialunterrichts (abgedruckt in Brzoska's Central-Bibliothek der Literatur, Statiſtik und Ge⸗ ſchichte der Paͤdagogik und des Schulunterrichts des In⸗ und Auslandes 1838. Februarheft. S. 112 ff.) geſagt iſt:Moehrere ſachverſtaͤndige Stimmen aͤußern, daß die verkehrte Methode, in welcher die Lehrgegenſtaͤnde nicht ſelten noch be⸗ handelt werden, die wunde Stelle der Gymnaſien ſei. Zwar wird in aufrichtiger Achtung gegen den gegenwaͤrtigen Lehrſtand anerkannt, daß die Lehrſtellen an Gymnaſien dem groͤßten Theile nach mit Maͤnnern beſetzt ſind, die ſich durch gruͤndliche gelehrte Bildung, durch reges wiſſenſchaftliches Streben, durch aͤchte Religioſitaͤt, Sittlichkeit und Unbeſcholtenheit des Wandels, durch edle wuͤrdige Haltung, ſo wie durch Fleiß, Gewiſſenhaftigkeit und Treue in ihrem Berufe aus⸗ zeichnen. Aber zugleich erhebt ſich gegen einen Theil dieſer Maͤnner die Anklage, daß, waͤhrend das Elementarſchulweſen in den letzten Jahrzehnden in Hinſicht auf Didaktik und Methodik ungemein verbeſſert, und ein Stand von Lehrern ge⸗ bildet worden, die wegen ihrer paͤdagogiſchen Gewandtheit und wegen ihres Ge⸗ ſchicks, große Maſſen zu beleben, in ihrem Kreiſe ſich als Meiſter zeigen, ſehr viele und beſonders die juͤngern Gymnaſiallehrer das Studium der Paͤdagogik nicht gehoͤrig beachten, die ſchwere Kunſt des Unterrichtens vernachlaͤſſigen, die erfreu⸗ lichen Fortſchritte, welche die Elemientarſchule in dieſer Beziehung gemacht hat, entweder gar nicht kennen, oder doch nicht benutzen, und ſich gerade den wichtig⸗ ſten Theil ihres Berufs, die ihnen anvertrauten Lehrfaͤcher und Klaſſen in der rechten Methode zu behandeln, nicht gebuͤhrend angelegen ſein laſſen. Eben die⸗ ſen Lehrern wird zum Vorwurfe gemacht, daß ſie in verkehrter Methode aus falſcher Gruͤndlichkeit ihre Schuͤler mit einer erdruͤckenden Maſſe materiellen Wiſ⸗ ſens uͤberhaͤufen, daß ſie, in Ueberſchaͤtzung des ihnen angewieſenen Lehrfachs ſein Verhaͤltniß zu dem Geſammtzwecke, dem es als untergeordnetes Mittel dienen