Aufsatz 
Höhere Bürgerschule zu Grünberg in Hessen. Festschrift zur Einweihung des neuen Schulgebäudes am 23., 24. und 25. September 1911 / zusammengestellt von Angelberger
Entstehung
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lI. Die Privatinſtitute.

Je meVhr die alte Lateinſchule an Bedeutung zurückging, in deſto größerem Umfang begegnen wir Privatſchulen, 1789 ſogar gleichzeitig zweien, einer franzöſiſchen und einer lateiniſchen. Privatinſtitute waren es auch, welche nach dem Erlöſchen der ur⸗ ſprünglichen Lateinſchule gewöhnlich von dem zweiten Pfarrer geleitet wurden und die Ausbildung der Mädchen der beſſeren Bürger, ſowie die Vorbereitung der Knaben für die gelehrten Berufe übernahmen.

Nur vorübergehend ſtand die Privatſchule des früheren Rek tors und nachherigen zweiten Pfarrers Georgi(bis 1837) in Blüte; auf feſten Grund gefügt war indeſſen erſt das Inſtitut, das der 1838 hierher verſetzte zweite Pfarrer Steinberger neu ord⸗ nete und leitete. Etwa 40 Kinder aus Grünberg, der näheren und auch der weiteren Umgebung wurden in dem alten Inſtituts⸗ häuschen hinterm zweiten Pfarrhaus in der Neuſtadt von dem Inſtitutsleiter und dem damaligen Rektor Glaſer der be⸗ kanntlich Lehrer der erſten Knabenklaſſe der Volksſchule war unterrichtet. Von 1857 bis 1865 lag die Leitung in den Händen des Pfarrers Steinmetz, ſodann ein halbes Jahr interimiſtiſch in denen des erſten Pfarrers Habicht, von da bis 1871 in denen des ſpäteren Dekans Pullmann, nach dem dann Pfarrer Koch der letzte Vorſteher des Privatinſtitutes wurde. Hilfslehrer waren einige Lehrer der Volksſchule, wie Rektoratsvikar Stammler, der 1870 verſtorbene Rektor Größer, der von unſeren Mit⸗ bürgern ſo ſehr verehrte Lehrer Reuß, Rektor Fertſch, der letzte der ſtudierten erſten Lehrer und vor allem Lehrer Gaß, der ſeit 1858 nur am Inſtitut lehrte.

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