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deutſcher Schulmeiſter erteilte er den elementaren Unterricht aller über zehn Jahre alten Knaben, die ſpäter nicht ſtudieren, ſondern ſich einem Handwerk widmen wollten, während bei dem zweiten Lehrer alle jüngeren Kinder verblieben und außerdem der zweite Pfarrer oder Kaplan täglich eine Stunde„unter— richten half“.
Grünberg ums Jahr 1000
Ging die vordem ſo blühende Anſtalt in den zwanziger Jahren des 17. Jahrhunderts infolge der ſchlechten Bezahlung der Lehrer, deren häufiger Untüchtigkeit und ihres Mangels an Fleiß zurück, ſo hat ſie doch verhältnismäßig gut die Schäden des dreißigjährigen Krieges überſtanden, das große Peſt⸗ und Todes⸗ jahr 1635, wo hier 1225 Einwohner ſtarben und endlich auch die Hungerjahre 1636 bis 1638. Am Ende des Krieges hat ſich die Schule ſogar emporgeſchwungen zu vorher nicht dageweſener Blüte, während der nicht nur die Vorbereitung zur Prima einer Vollanſtalt, eines Pädagogiums, betrieben, ſondern ſogar der unmittelbare Uebergang zur Univerſität als Ziel geſteckt war. Dem kleinen Lehrkörper jedoch, dem im erſten Drittel des 18. Jahrhunderts zwar der äußerſt tüchtige Rektor Betz und der ihm ebenbürtige zweite Lehrer, jetzt Konrektor genannt, Jugart an⸗ gehörte, war die Erlangung dieſes Zieles nur möglich bei kleiner Schülerzahl. Waren es 1680 noch 92 Schüler, die Latein lernten, ſo ſank deren Zahl ſpäter immer mehr; insbeſondere hatte die letzte Klaſſe, die Prima, immer nur ſehr wenige, einmal ſogar nur einen Schüler, ſodaß der Unterricht mehr den Charakter von Privatſtunden hatte. Dadurch verwandte der Rektor recht viel Zeit und Sorgfalt für dieſe paar Auserleſenen, allerdings
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