Aufsatz 
La farce du maistre Pathelin : grammatische Abhandlung / von Ludwig Schäffer
Entstehung
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20 Fit-il pas mieux que de se plaindre? Laf. III. 11, cfr. VIII. 21. Suis-je pas votre frère. Racine, Esther II. 7. Viendra-t-il point quelqu'un encor me divertir? Molière, Les Fach. III. 3. S'il sait point quel ennui depuis peu l'accompagne. Mol. Dép. am. II. 5.

Die ursprüngliche Negation non ist im Pathelin in ihrem Gebrauche noch minder einge- schränkt als heute; sie steht wie im Altfr. auch noch in der Antwort mit einem für das Präd. des vorhergehenden Satzes eintretenden Verbum. Die ältesten französischen Denkmäler sind übrigens die einzigen, in welchen durchgängig non erscheint:

Je croy qu'il est temps que je boive Pour m'en aler. Ha! non feray. 498. Chascune aulne vous coustera

Vingt et quatre solz.Non fera. 237.

Genau ebenso heisst es noch bei Molière: Yon ferai, de par tous les diables! Je ne te le laisserai pas. Av. V. 3. Zu vergleichen ist ferner das auch noch neufr. bejahende si fait. Ueber- haupt kann auch sonst in der alten Sprache faire ein andres Zeitwort, das man nicht wiederholen will, vertreten: Parlez bas! ferez? 577, cfr. 179. Nicht anders tuon im Mhd.:

si was rich des guotes, daz drizec künige wip niht möhten wol erziugen, daz tet der Kriemhilde lip. Nib. 844.

Diese Wendung ist heute in der franz. Sprache noch nicht vergessen, aber veraltet. Molière und Corneille schreiben noch:

Il l'appelle son frère, et l'aime dans son àme Cent fois plus qu'il ne fait mère, fils, fille et femme. Mol. Le Tart. I. 2. Et je te traiterais comme j'ai fait mon frère. Corn. IHor. II. 5.

Fällt, wie man heute sagen würde: que sa mère etc., das stellvertretende Zeitwort aus, so entsteht streng genommen ein Doppelsinn, weil alsdann die folgenden Objecte auch als Subjecte auf- gefasst werden können. In derselben Weise wird im Pathelin avoir wiederholt:

Il les a eues vraiement. Yon a, dea! 712, cfr. 648, 725 etc.

Vor Vocalen erscheint in der langue d'ofl nen; im Pathelin begegnet man noch zweimal dieser Form, die hier den Zweck hat den Vers zu vervollständigen und nicht mit n'en, ne n'(neufr. ni n) verwechselt werden kann, sondern aus non hervorging, wie das mundartliche en aus on, dem wir schon beim Pron. begegnet sind:

Monseigneur, accordons ensemble,

Pour dieu, que je ne plaide point!

Va, ta besongne est en bon point;

Va t'en! Je nen accorderay,

Par dieu, ne nen appointeray

Qu'ainsi que le juge fera. 1057.

Jo si nen ai fils ne fille ne heir. Rol. 2744, cfr. 1933 etc.

Neben nenny ist endlich noch zu erwähnen das auch altfr. nennin: Et dy oui et nenny. 1389. Moy? nennin, par mon sacrement! 1185, cfr. 1511, Ly. 5994 etc.