bei demselben ein Accusativ nicht stehen kann, da wird ihm zugemutet, dennoch passive Formen, die ihm trotz activer Bedeutung stets als solche erscheinen werden, mit diesem Kasus zu verbinden. Deshalb würde ich für mein Teil einer Verschiebung dieser Verben nach Quinta gern beistimmen; da kann man mit diesen Verben sofort dem Schüler etioas Neues in Anknüpfung an das in Sexta Erlernte bieten, auch wird dadurch das Pensum dieser Klasse, das ja hauptsächlich in dem weitern Ausbau des Gelernten hinsichtlich seiner mannigfachen von der Regel stattfindenden Abweichungen besteht, nicht. wesentlich stärker belastet, sicherlich nicht durch bedeutende Vergrösserung des Lernstoffes, während der Sextaner durch diese Neuordnung eine nicht unerhebliche Erleichterung erführe.“ Noch eine mir wiederholt aufgefallene Erscheinung muss ich hierbei constatieren, die ein- fach in dem Zuviel des Sextanerkursus ihre schlichte Erklärung findet. Da schon in Sexta gar viel des Unregelmässigen geboten ist, sitzt das Regelmässige oft gar nicht fest; immer wieder sieht sich der Lehrer der Quinta in die Notwendigkeit versetzt, zurückzugreifen und die regelmässige Conjugation einzuüben. Das Unregelmässige aber, das der Quinta als Hauptpensum zugewiesen ist, findet bei dem Schüler gar nicht die gebührende Würdigung; er hat ja in Sexta schon so viel der neuen Frucht genossen. Denn es liegt einmal zu sehr in des Knaben Geist, Neues, noch nicht Dagewesenes mit Interesse zu ergreifen, während das Zuviel der Sexta die Lust und Freudigkeit, welche die Anfänger der ersten fremden Sprache entgegentragen, allmählig erlahmen und er⸗ sticken lässt.
Eine Beschränkung ist also dringend geboten. Im Besckränken zeigt sich ja der Meister. Dieser Grundsatz der Beschränkung ist vor Allem streng in dem Lehrbuche für Sexta von Herm. Perthes s) durchgeführt. Perthes schliesst nicht nur alle Deponentien aus, sondern auch alle Verba auf io nach der 3. Conjugation, die Masculina auf is, die Feminina auf us, utis, auf do, go. io der 3. Declination. Noch weiter in der Einschränkung des Sextanerstoffes geht ein hochgeachteter Schulmann, Gymnasialdirector Lattmann. In seiner Vorrede zu seinem Elementarbuche für Sexta vom Jahre 1878 erklärt er, dass seiner Meinung nach das der Sexta überwiesene Pensum, die ganze Formenlehre, auch nach Ausscheidung der unregelmässigen, ein viel zu schwieriges sei und erst durch eine stetige Repetition in Quinta völlig bewältigt werden könne. Er scheidet deshalb aus dem Sextaner-Pensum ausser den Deponentien, auch mehrrere Abschnitte der regelméssigen Formen- lehre, wie z. B. einen Teil der Pronomina ²), verschiedene Verbalformen und Zahlwörter aus. Hierdurch hofft er einerseits eine grössere Festigkeit und Sicherheit zu erreichen,
⁵) Das Nähere dargelegt im dritten Artikel seiner Schriften„Zur Reform des lateinischen Unter- richts auf Gymnasien und Realschulen.
*, Perthes hat in dem Abschnitte der Pronomina noch den Sextaner Spiess überboten, indem er nicht nur S. 49 die Pronomina infinita, die doch Spiess bei Seite lässt, aliquis irgendwer, aliqui irgend ein, quisquam überhaupt jemand, quispiam etwa dieser oder jener, quisque jeder, quivis und quilibet jeder be- liebige, quidam ein gewisser, sondern auch von den Promina relativa quisquis wer nur immer, quicunque welcher mir immer, in dem Abschnitte Adjectiva pronominalia auch die correlativa aufgenommen hat.
lch muss bekennen, dass gerade die Pronomina dem Schüler nicht geringe Schwierigkeiten bieten und gerade hier eine Beschränkung in Sexta am Platze ist.


