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der Natur der Sache begründet, ſo gering die litterariſchen Zeugniſſe für ſiciliſchen¹) Salzhandel auch ſind. Iſt mit dem Vorſtehenden nachgewieſen, daß die Odyſſee im Zorne des Poſeidon das geforderte Hauptmotiv beſitzt, und daher ihr beabſichtigter Schluß ein Verſöhnungsgang des Helden an die Enden der Erde zum Ruhm Poſeidons hätte ſein müſſen, dann kann ein von ganz anderen Vorausſetzungen aus gedichtetes, längſt bereits ſattſam discrediertes Stück nicht von dem eigentlichen Dichter herrühren.
Od. 13, 125— 187 hat vielmehr nur den Zweck, nachdem der beabſichtigte Schluß immer noch ausſtand, dem wohl erkannten Hauptmotiv genügezuleiſten: war Poſeidon nicht ver⸗ ſöhnt, dann mußte er ſich rächen, mußte die Phäaken ſtrafen,— da Odyſſeus nun einmal für immer in Sicherheit war. In der urſprünglichen Odyſſee hat dieſer Zpiſchenfall freilich keinen Sinn, wie er auch nicht gleich allen andren Fabeleien durch Odyſſeus Autopſie gewiſſermaſſen ge⸗ deckt iſt: denn wenn die volle Verſöhnung des Poſeidon in Ausſicht ſtand, ſo darf er nicht an den unſchuldigen Phäaken Rache üben, die nur innerhalb der ihnen bewilligten Rechte gehandelt haben. Oder ſollte ſich heute noch jemand der Stelle 13, 125 ff. annehmen wollen, von der ſelbſt Nitzſch ſagt(Sagenpoeſie, S. 155):„man erkennt unſchwer, daß die Drohung des Poſeidon den Phäaken erſt durch den Erfolg in die Erinnerung kommt, v 172 ff., nicht aber vorher ſchon eintreten dürfe und alſo die Verſe d 564—71 Diaskeuaſtenwerk ſind ²).“ Wie ſollten auch die Phäaken ſo dreiſt der Drohung getrotzt haben— und zwar, ehe ſie nur den Odyſſeus kennen, Od. 8, 564! Schol. -Q ſagt ſehr richtig zu v 172: drd AXivbou erheva d e ei Ta Seho d, 05 dy Aexονεομινhm1mr„νοααςκ. Vgl. auch Q zu d 565. Auch dem Euſtathius macht die Stelle Skrupel, aber ihm natürlich nicht auf die Dauer. Mit der gerechten Scheu des Odyſſeus, den Poſeidonsverwandten auf Scheria zu bekennen, wer er ſei, hängt es zuſammen, daß der Laertiade auf Aretes Frage nicht eher antwortet, bis er gewiß iſt, innigſten Anteil für ſich erweckt zu haben. Damit fallen Kirchhoffs auf dieſe Beobachtung geſtützten Folgerungen dahin. Ich denke, daß dies eine natürliche ors iſt aus der homeriſchen Gedankenwelt heraus, nicht xœà ro Otconchevovy. Und wenn man ſagen wollte, die Phäaken hätten den Odyſſeus immerhin geleiten, aber nicht beſchenken dürfen, und das vornehmlich kränke den Meergott v 135—138, und die liſtigen Erſchmeichelungsverſuche des großen Dulders bei den Phäaken ſeien darum ſo ſehr hervorgehoben: ſo weiß ich nicht 1. ob ſich die betr. Bettelverſe gegen den Interpolationsverdacht beſſer halten würden ³), als was von Penelope in dieſer Richtung erzählt wird ⁴), und 2. ob die dies verwenden nicht dabei einer falſchen Aus⸗ legung des as vetat verfallen ſind. Denn nicht arm, wie z. B. Adam es deutet, meint dies, ſondern den Verluſt der Gefährten, und was an Elend daheim den Helden erwartet. Und dieſe Verkennung des xαᷣαs liegt freilich auch ſchon in 13, 135 ff. Die Grundſtelle aber, 9, 533 enthält
¹) Wäre aber der große Fiſchhandel der Charthager denkbar geweſen ohne Salzzufuhr? Im übrigen iſt bekannt, wie raſch die Hellenen von der homeriſchen Verachtung der Fiſchkoſt nach der Verdichtung der Bevölkerung in den Städten zurückkamen. Nur als Notbehelf erſcheint ſie noch Od. 4, 369. 12, 331.
²) In der That ſagt Euſtathius: onslcoxt d œt 6rt Svrae r SOv lovy ßXlOοb iet. erddoréov!
²) Der erwerbliche Spielmannsſtandpunkt, der auch in r, 273 und 284 noch ſchamloſer hervortritt, 281 ſein Kunſtwort dcpa« napsXnstv zum beſten gibt und an den Helden der Ilias gemeſſen, ſelbſt an der Verſöhnung des Achilles Jl. Geſ. 19 zu Schanden wird, wie Schelmuffsky, wenn er von Baronen erzählt. Daß Penelopes Schande— abgeſehen von Martialſchem Schmutze— auch ſonſt ein Sophiſtenthema war, zeigt z. B. Polybius: 5rav † Gsotron Xe ε XX6Ov 1)
IInvlm ωσvæι ςέᷣοꝛo XII, 26 b, ed. Imm. Bekker p. 759. ¹) 280. 281: ε. †&ο, † ov dà obrAaAc do O8u00sc, bövexa tGy Bas dGpa napikare———


