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den Weſten bis zum Okeanus durchfahren hat, dieſe Landreiſe an, um den, der Poſeidon zum Drotz alle Meere durchkreuzt hatte, zu ſeiner Ehre alle Länder durchziehen zu laſſen und den aller Welt Kundigen wirklich durch die ganze Welt zu treiben*). So wollte jener große Dichter zugleich unter religiöſem Geſichtspunkt— als echter Jonier ein Poſeidonsverehrer— ſeinen Helden den Weltkreis durchlaufen laſſen. Eine dunkle Stelle bei Herodot enthält vielleicht eine Beziehung auf den zur Zeit der Tireſiasweiſſagung vorauszuſetzenden Glauben an die Salzloſigkeit Binnenafrikas. Herodot, der die Oaſen Afrikas mit den Namen ³) kennt, die ſie zumteil heute noch führen, der die aus Salzlehm aufgeführten Hütten der Fezzaner kennt, die man als Märchen verlachte, bis Nachtigall ſie wiederfand, dieſer genaue Kenner Nordafrikas ſagt IV. 188: Aràp ol εοε mα„x8- ‿ννννα Mpw, vEοvcI& eh Adval- doο, eta ee Tglrey al ip IIocetde-—, und in II, 50 be⸗ hauptet er pofitiv, die Pelasger hätten den Namen des Poſeidon von den Libyern erfahren: 005a- BLo Jd ο IIoosiεε‿σνυν vνOοα ½ᷣεμωτνα ei un AlBoss, al ti t tby J'sby roötoy alel. Iſt dieſe Gefliſſentlichkeit, den Libyern die Priorität des Poſeidonkultes zu wahren nicht wie ein Proteſt gegen eine verbreitete falſche Anſicht? Sollte ſie nicht eine Widerlegung jenes Volks⸗ glaubens ſein, zum Tritonſee ſei von Hellas Poſeidon gekommen? Oder natürlich geſprochen, das Salz ſei eher dort zuhauſe?
In der That hätte die Volksmeinung kaum ein weniger geeignetes Ziel für die geſuchte Salzloſig⸗ keit finden können, als gerade Libyen. Es iſt unnötig auszuführen, wie Herodot, der auch ſonſt für dieſe Bodenſchätze aufmerkſame Beachtung hat(VII, 30. IV. 53.) Buch IV, 181 sqq. die Reihe der alten Schriftſteller eröffnet, die deſſen wunderbaren Salzreichtum preiſen. Als Herodot ſchrieb, blüht auch am Nordrand Afrikas eine Reihe helleniſcher Pflanzſtätte, ſolche ſogar, von denen wir heute keine Kunde mehr hätten, nennten ſie uns nicht die Erdbeſchreiber der vorarabiſchen Zeit.
Nach den erſten Nachrichten über Binnenafrika als ein Land nicht tieriſcher Koſt und ungemeſſener Erſtreckung ins Innere muß der Entwurf des epiſchen Planes der Odyſſee fallen, und nach der Erreichung des großen Oſtweſtwegs des Salzes in Afrika, den Schleiden S. 22 ff. charakteriſiert, war ſeine volle Ausführung einfach unmöglich. Und wann war dieſe Epoche? Das Stadium ungewiſſer Kunde iſt hier knapp gemeſſen: kaum ſind die Phönizier aus ihrer Meerherrſchaft verdrängt, kaum ſind die erſten Fahrten nach Weſten geglückt, ſo entfalten die Chalkidier bereits die fruchtbarſte koloniale Betriebſamkeit. Für jene beiden Daten müſſen wir natürlich zurückgehen, weit über die erſte Fahrt nach Platea, über die Gründung von Syrakus, über die Gründung der erſten helleniſchen Kolonie im Weſten: man kennt ein Land genau, ehe man das Feuer der Heſtia dahin führt. Nach 800 kann ein Hellene von dem Hinterland der nordafrikaniſchen Küſte die Vorſtellung, es ſei ſalzlos, nicht mehr gehabt haben. Denn 757 fällt nach Buſolt ⁵⁴) die Gründung von Syrakus, und von da an werden die Koloniſten bald genug mit ihren Rimeſſen den afrikaniſchen Salzweg erreicht, die Handelsverbindung ihrer phöniziſchen Vorgänger mit Nordafrika aufgenommen und das billigere Steppen⸗ und Steinſalz von Libyen erhalten haben. Das liegt in
¹) Wenn auch nicht nach Asciburgium! Tac. Germ. c. 3.
²) z. B. Audſchila 4, 182. Die Maxyes ſind die Mazzigh von heute(4, 191). Die Fußſchnelligkeit der Tibbu 4, 183 und ſo fort.— Die Kvokodile unſerer neueſten Reiſenden in der Sahara kennt dagegen Pauſan. I, 33, 6. Ich weiß nicht, ob die Stelle ſonſt bemerkt iſt.
²) Buſolt, Griech. Geſch. 1. Teil S. 240, beſ. A. 4. Holm nimmt 735 als Gründungsjahr von Naxos, das folgende von Syrakus an. Buſolt ſetzt mit der pariſchen Marmortafel für Syrakus 757.


