Aufsatz 
Das epische Thema der Odyssee und die Tiresiasweissagung / von Ludwig Schädel
Entstehung
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= 5 416'ey, Ilias 21, 335. Schon bei den alten Erklärern gehen die natürliche und dieſe witzige Erkärung nebeneinander her wie eine denet väs! Sehr richtig ſagt ein Scholion(Buttmann p. 361) Eo r7 X6¹) 05 T⁴ HlSev 5 olrs ra ard y TrEOVOVY kad a ara e evSO;N 7 THor6vos(Q.) Ein andrer Scholiaſt dagegen beruft ſich wie Euſtath. ausdrücklich auf Oppian, und Schol. Vulg. ſagt geradezu, man leſe entweder s5a2ος, οeοsupéve Av o Se ege Sado α*, 8 d16 dar-Pyeves re ie göovog evOV p 5 TnETvog dvr! adxLuns XPo. Ja, der ganze Unſinn, den Eugamon breitgetreten hat, geht aus der diäretiſchen Leſung hervor, wie Welcker richtig bemerkt²)(Rhein. Muſ. 1849 S. 307); ob man ein Wort ſchrieb oder drei, das entſchied über die ganze Auffaſſung der Stelle, deren Sinn in dem dνατοs ννοις der Weiſſagung doch ſo klar vorgeſchrieben war.

Unnötig zu bemerken, daß ſich die ſpätere bildende Kunſt der Telegonie und beſonders des Akanthoplex gerne annahm, zumal die gens Manilia ihre Abkunft auf Telegonus zurückführte (Baumeiſter l. c. p. 1002). Sie war auch auf der vollſtändigen tabula Iliaca. Ein feinerer Geſchmack mag ſich auch dazu anders verhalten haben, wie auch in der Litteratur Pindar, der die Telephusſage und andres Kykliſche(Nem. VII!) nicht verſchmäht(Ol. IX, 110. Nem. IV, 51) bei ſeinen vielen Anſpielungen ³) auf Odyſſeiſches, und ebenſo Herodot keine Anſpielung auf dieſe Fortſetzung enthalten.

Einen frühen Zeugen könnte jene gewaltſame Verſchlingung des Odyſſeus in die weſtgriechiſch⸗ italiſchen Dynaſtengenealogien(ſo in einem Fragm. des Ariſtocles zur Gründung von Präneſte. Fragm. histor. Graec. ed. Car. et Th. Mäller, tom IV. p. 330)) für ſich anführen, wenn der Schluß von Heſiods Theogonie auf Echtheit Anſpruch machen könnte. Manche Gelehrte haben ihn für echt genommen, und damit einen Sohn des Odyſſeus Latinos von der Kirke acceptiert. So Preller, Griech. Myth. II, 331 und Welcker. Wie zu Heſiods Zeit auch nur das Wort Latinus in Hellas vorgekommen ſein ſolle, das geſtehe ich, abgeſehen von allem anderen, nicht zu begreifen. Bergk ſcheidet I. c. S. 963 beſ. A. 58 den Agrius und Latinus aus.

Sehen wir uns zunächſt, nach Abweiſung der an Eugamon angeſchloſſenen Ergänzung der Odyſſee, nach ſalzloſen Ländern um, ſo geben uns weder die ſpeziellen Salzforſcher V. Hehn und M. J. Schleiden) noch die Geographen irgend tröſtliche Auskunft. Selbſt die älteren Reiſe⸗

¹) zu c 279: 25 νQ, obv 5500 ohs daaoe. Vindob. Euſtath.: ddvaros 5 25aXog 5 rtnde l BEe alνοονσα I. p. 404, 23.

*) Eine abſichtliche Zweideutigkeit des Orakels will Euſtathius zu X 133, der die Sache überhaupt ſehr breit be⸗ handelt, in 8Eaxos ſehen. Er hat auch dafür, daß das Tireſiasorakel im griechiſchen Volke lebte und wohl auch Grübelnde beſchäftigte, einen artigen Beweis aufbewahrt: ⁶o d 8 elcee rode dcplxnt ol O Loο deνλααάοαoισεα ενε os Pννμον œꝶπσει τμααιαμροιαν&νμαμςμ- d AAr 5 söfov Plxtnrov xαl sds'elg αl orndelg Eoc ord 06 ro rotihost, E&7, 6106 1 8 vodC A†ρααα ot OdA Locaot Piinnov.

²) z. B. das Pindar⸗Fragment 188 bei Mommſeny 3 zunsvat Zyvog ulol arl OGXOD ILOOStDG6GvOX möchte ich auf die Phäaken beziehen. Seinen Landsmann Tireſias preiſt er Isth. VII, 11. Ueber Odyſſeus Nem. VII, 30. Ino, Pyth. XI, 2. Pindar über die Homeriden Nem I, 1 ff.

) Fenagoras gibt der Circe 3 Söͤhne, aber anders benannt(daſ. p. 526 Romus, Anteas, Ardeus) als die beiden des Heſiod. Der Circeſohn Latinus wird von Hygin und Cleinias(daſ. p. 366) dem Telemach zugeſchrieben.

) Durch eine Gunſt des Geſchicks benützt der Verf. dieſer Abhandlung Schleidens Handexemplar zur 2. Aufſ mit handſchriftlichen Zuſätzen Ueber Möllers SchriftDas Salz, ſ. Schleidens allzuhartes Urteil Vorw. V.