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Auch der Sieg über die Freier und die Anerkennung durch ſeine treue Gemahlin iſt dem 0ο αQνμαις ¹ „0 c—sb«, wenn auch nicht ſo glatt wie bei Dictys VI, 6, gelungen, und ſelbſt die formelle Verſöhnung des Poſeidon, die ihm allein noch obliegt, wird von dem Saume einer letzten freundlichen Ausſicht be⸗ grenzt 11, 134— 137= 23, 281—284.
Dieſe Inhaltsangabe wird dargethan haben, daß die ganze Odyſſee wirklich die ufyes Poſeidons zum Inhalte hat. Heißt es in 9, 67, Zeus habe den Schiffen Nordſturm geſandt, ſo liegt darin kein Zorn des Zeus. Er iſt die allherrſchende, ſelbſt Meer und Wind regierende höchſte Gottheit: Zeus nach der elementaren, nicht der perſönlichen Seite, wie z. B. auch derſelbe Fahrwind, den Athene ſendet 15, 291, in 15, 296 von ihm geſchickt heißt. Der Zorn des Helios dagegen, der zudem nur den Gefährten galt, ordnet ſich in den des Poſeidon dienend ein, und von einem Zürnen des Zeus oder gar der Athene iſt überall nichts zu entdecken. Nur Adam, dem aber nirgend Beifall geworden iſt, hat in der Odyſſee ſogar eine doppelte Motivierung des Poſeidonzornes geſehen, aber eine annehmbare Begründung dafür nicht erbracht ²). Eher hätte man ein Recht die Veranlaſſung für den Poſeidonszorn— die Blendung eines ſo ruchloſen Un⸗ geheuers wie Polyphem— für unzureichend zu halten, wie ſie auch die Meeresgöttin Ino⸗Leukothea 5, 339. 340 dafür hält. Denn Polyphem hatte das Gaſtrecht ſchmählich verletzt; er, den Zeus 1, 70 wohl nicht nur pro stilo lobt, hatte die Götter gehöhnt 9, 275 ff.; und den Vorzug, Poſeidons Sohn zu ſein, teilt er ja mit ſovielen! Denn allein aus Apollodor¹) ſind uns 28 Verhältniſſe des Gottes bekannt, aus denen ihm Nachkommen wurden. Es iſt das eine der Inkongruenzen, wo man ſich zweifelnd fragt, ob nicht auch dem roheren Griechen hier der Naturgrund des Mythus aufgedämmert ſein müſſe, da alle ſittliche Zurechtlegung verſagt, und da Poſeidon bei einer viel ernſteren Veranlaſſung ſich weniger unver⸗ ſöhnlich zeigt. Hesiod. Theogon. 278.
In der That finden wir im Altertum Spuren einer beſſeren Begründung für den großen Zorn des Poſeidon. Zwar was der kykliſche Noſtos davon gewußt habe, können wir nicht mehr ſagen: aber auch wenn er, wie das Proklusfragment zeigt, die Ilias und Odyſſee einfach ganz in ſich trug, könnte an anderen Stellen, beſonders bei den letzten Schickſalen des Odyſſeus eine beſſere Begründung immer noch eingetreten ſein. Was z. B. Malalas und Dictys erzählen, muß ja nicht alles erſt von den alexandriniſchen Kyklikern, über die Horaz ſpottet, zurechtphantaſiert ſein. Dictys¹) p. 224 der Ausg. von Dederich(Bonnae, 1837), ſagt: Ulixes per misericordiam Polyphemi in amicitiam receptus, filiam regis(Polyphemi) Arenen, postquam Alphenoris, socii ejus, amore deperibat, rapere conatus, ubi res cognita est, interventu parentis puella ablata per vim, exactus,— dieſer Be⸗ richt iſt in einer Erzählung des Odyſſeus von ſeinen Schickſalen an Idomeneus enthalten, denn auch noch in ſo ſpäter Zeit hat man den Apologen des homeriſchen Odyſſeus die Kunſt abgeſehen, durch Er⸗ zählung des Früheren alles auf einen Moment zu concentrieren. Bei Johannes Antiochenus finden
¹) So heißt er beachtenswerterweiſe ſchon in der Ilias!
²) Mord des Nauplios(die Odyſſee S. 13). Wie er dort einen gewaltſamen Tod der Antikleia aus 11, 198 folgern will, bekenne ich nicht zu begreifen.
²³) Der ſeltſamerweiſe nur den Argonauten Polyphem, des Elatus Sohn, kennt, welcher auch Il. 2, 264 als großer Held der Vorzeit genannt wird. Aber die Scholien zu dieſer Iliasſtelle wiſſen mehr von ſeinem merkwürdigen Bruder(reſp. Schweſter) Kaineus zu berichten, der Baldurſage nicht Unähnliches, und anderſeits der vom Tell: dsols 1ob ro SoCsrass Aetv. Kaineus auch bei Pindar Frgm. 45. Mommſens Ausg. S 219.
⁴) Beiſpielsweiſe enthalten Malalas und das zu erwähnende Heidelb. Fragm. bei Buttmann(Scholienausgabe) feſte Beſtandteile der kykliſchen Ueberlieferung(Maroneia u. a. betr.). Und beide, wie Dictys, ſtützen ſich für das Lebensende des Odyſſeus auf die Telegonie.


