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des Valeſius werden wir es ſchon gar nicht anders erwarten. Nur Jordanes ¹), der aus den verlorenen
12 Büchern gotiſcher Geſchichte des Senator jenen wunderlichen und doch ſchätzbaren Auszug hergeſtellt hat,
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gedenkt ſeiner naturgemäß in der praefatio. Bei Theoderichs Regierung nennt er ihn nicht. Aber nicht nur dieſe alle ignorieren ihn, Senator ignoriert ſich ſozuſagen ſelbſt. In allen ſeinen weitläufigen nach der conversio geſchriebenen Werken findet ſich nicht eine ausdrückliche Erwähnung ſeiner früheren Thätigkeit und Größe mit ſelbſtverſtändlicher Ausnahme der praef. zum liber de anima: gehört doch dieſes ſo enge zu den Varien, daß Senator in der expositio zum 145. Pſalm ſagen kann: in libro animae, qui in Variarum opere tertius decimus continetur²). Man kann mit einer großen Vergangenheit nicht voll⸗ ſtändiger abſchließen, als es der mächtige Miniſter und Helfer der Gotenkönige von Theoderich bis zu Vitiges hin gethan hat. Daher hat jenes kleine Reichenauer Excerpt ſeinen hohen Wert, das Uſener unter der Bezeichnung des Anecdoton Holderi bekannt gemacht hat. Es laſſen ſich übrigens Gründe anführen, weshalb jene Schriftſteller von Senator ſo gänzlich ſchweigen. Wenn Boethius ihn nicht nennt, ſo iſt das nicht ein Zeugnis für ſeine Unbedeutendheit, ſondern von der politiſchen Schuld des Gefangenen, die auch den Naheſtehenden von ihm trennte; denn beide Männer ſind nicht nur congentiles(Aurelii) geweſen, ſondern wie das Anecdoton bezeugt, nähere Verwandte: ordo generis Cassiodoriorum— Symmachus— Boethius— Cassiodorius Senator. Für Prokops³) Schweigen laſſen ſich folgende Gründe geltend machen: zunächſt, daß er über die friedlichen Zeiten Theoderichs, wo Senators Hauptverdienſte liegen, kurz hinweg⸗ geht und von den Vorgängen dieſer Regierung keine Einzelheiten giebt. Und was das Spätere betrifft, ſo war Caſſiodor an den allein ausführlicher dargeſtellten Verhandlungen zwiſchen Theodahad und dem byzantiniſchen Geſandten Petrus, ſowie dann zwiſchen Vitiges und Beliſar auf keinen Fall beteiligt. Übrigens mag den Prokop auch die Abneigung gegen diejenigen ſtumm gemacht haben, die ein ſelbſtändiges Gotenreich im Einvernehmen mit Byzanz ⁴) der Eingliederung in das bpyzantiniſche Geſamtreich vorzogen, wie ſie der Byzantiner Prokop und der Möſogote Jordanes wünſchten, den Dahn) kurz und gut amaliſch⸗ byzantiniſch genannt hat. So bleibt das ſcheinbar beredte Schweigen des Magnus Felix Ennodius. Stand derſelbe doch dem Hofe durch manche Verbindung und königliche Gunſt ſo nahe und war ſo wohl unter⸗ richtet, daß ſein Panegyricus auf den großen Amalerhelden uns ungleich beſſer hiſtoriſch bedient als der des Plinius über Trajan. An niemanden hat Ennodius überhaupt öfter geſchrieben als an den Fauſtus, Theoderichs praefectus praetorio oder Prinzipalminiſter während einer Reihe von Jahren. Und gerade des Fauſtus Name kehrt auch in den Varien ſo häufig wieder. Warum nun nicht Senator bei En⸗ nodius? Fr. Vogel in der trefflichen Einleitung zu ſeiner Ausgabe’) ſtellt ſich dieſe Frage wohl auch und anerkennt damit das Vorhandenſein einer Schwierigkeit. Cassiodorium, ſagt er S. 16, autem a Symmacho(papa!) ejusque factione abalienatum fuisse etiam ea re comprobari videtur, quod ejus in omnibus Ennodi operibus ne verbo quidem mentio fit, et quod Cassiodorius Faustum acerbissimis verbis in var. III, 20 carpit et notum artificem nocendi appellat. Wir werden uns umſomehr nach einem weitergreifenden Grunde für die Nichterwähnung des Caſſiodor durch Ennodius umſehen müſſen, als Vogels Begründung durch ein ſchlechtes Verhältnis der beiden bedeutenden Staatsmänner nachweislich nicht
¹) Dieſe Schreibung des Namens hat Mommſen in dem prooemium ſeiner Jordanesausgabe S. 5, nota 1 abermals geſichert.(Monumenta Germaniae historica. Auctor. antiquiss. V, 1. Berol. 1882.)
2) Garetius, Cassiodorii opera, tom. II. S. 466.
³) Die Schilderung der Veſuvausbrüche Proc., De bello Gothico II, 4 iſt durchaus ſelbſtändig gegenüber von Var. 4, 50 und beruht auf offenbarem Augenſchein. Sie iſt auch von Plin. ep. 6, 16 und 20 unabhängig.
¹) Mundum ab imperatore pendere, imperatoris autem salutem a studiis in eum Gotorum. Mommſen, Jordanes, prooem. p. IX. Vgl. dazu Theodahads ſtolze Worte an Juſtinian: considerate etiam, principes docti, eêt abavi vestri historica monimenta recolite, quantum decessores vestri studuerint de suo jure relinquere, ut eis parentum nostrorum foedera provenirent. Var. X, 22.
⁵³) F. Dahn, Die Könige der Germanen, Bd. III, S. 256 A.
) Ennodii opera. Der Monum. Germ. hist., auctor. antiquiss. tom. VII. Berol. 1885.


