Aufsatz 
Die Königsstühle bei Mainz und die Wahl Konrads II / von Bernhard Schädel
Entstehung
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die Namen dieſer Orte genannt ſein. Es läßt ſich daher kaum ein geeigneterer Platz für dieſe Zuſammenkunft Mainz gegenüber ausfindig machen, als eben die durch die directe Römerſtraße mit Mainz in Verbindung ſtehende Stätte des ſpäteren Königsſtuhles an der Grenze des eroberten Gebietes mit dem Blicke einerſeits auf die tauniſche Provinz andrerſeits auf das feſte Mainz.Ad ipsum mar- ginem Rheni caput altius erigens stetit bezeichnet die Lage des Königsſtuhls, als die nächſte Anhöhe Mainz gegenüber, durchaus treffend. Unmittelbar am Ufer Mainz gegenüber wird dieſe Zu⸗ ſammenkunft ſchon um deswillen nicht ſtattgefunden haben, weil die verabredete Begegnung auch von Valentinians Seite ein Entgegen⸗ kommen im eigentlichſten Sinne vorausſetzte und die bloße Überfahrt über den Rhein dafür kaum genügt hätte. Es iſt das letzte Mal, daß die Römer bei Gelegenheit dieſes Friedensſchluſſes im Taunus⸗ lande erwähnt werden und inſofern iſt dieſes Ereignis von beſonderer Wichtigkeit. Der im Jahre darauf erfolgende Einbruch der Hunnen in Europa veranlaßte jenes große Geſchiebe deutſcher Stämme, das unter dem Namen der Völkerwanderung den Zeitraum von zwei Jahrhunderten erfüllte und den deutſchen Boden den deutſchen Völkern wieder zurückgab. In welch hohem Anſehen die Ebene, die zu Füßen des Königsſtuhles ſich nach dem goldenen Mainz hin aus⸗ breitet, noch im ganzen Mittelalter ſtand, das geht auch daraus hervor, daß, als Friedrich Barbaroſſa das große Reichsfeſt von 1184 feierte, er als Verſammlungsſtätte das rechte Ufer der Main⸗ mündung in der alten Königshundert wählte. Vierzigtauſend zu Gaſt geladene Ritter fanden ſich dabei ein.Dat was de groteste hochtit, die ii gewart in dudscheme lande, wie Eike von Repgow in ſeinem Zeitbuche ſchreibt.

Iſtt ſo dieſe Ebene zu allen Zeiten ausgezeichnet geweſen durch daſelbſt ſtattfindende bedeutende Ereigniſſe, ſo halten wir es nicht für unwahrſcheinlich, daß wir auch die nach den erhaltenen Urkunden apud Mogontiam geſchehenen Regierungshandlungen zum Teil wenigſtens an den Königsſtuhl der Königshundert zu verlegen haben, wenn wir auch die Meinung derjenigen verwerfen, welche dasin suburbio Moguntiae Geſchehene dorthin verſetzen. Heinrich II. ward von den Franken und Moſellothringern bei Mainz zuerſt förmlich gewählt. Es iſt ungewiß, hat man geſagt, ob in dem Pa⸗

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