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Erraten von Bedeutungen(vgl. Schmid) und Mißsbildungen wie crudelite, pauprete, die von manchen gegen die Heran- ziehung des Lateinischen angeführt werden, würden doch vorkommen, da der Schüler, wenn ihm ein Wort ſehlt, Hilfe in der lateinischen Sprache suchen wird. Ich glaube also, daß man das Lateinische, selbst wenn man einige scheinbare Nachteile in Betracht zieht, mit Vorteil für den Schüler heran- ziehen kann. Dem Schüler macht es auch Freude, wenn er seine mühsam erworbenen lateinischen Sprachschätze fürs Französische verwerten kann.
Sehr zu empfehlen sind gelegentliche Reihenbildungen unter Zugrundlegung des lateinischen Etymons(vgl. Münch), z. B.:
lat. bonus frz. bon, bonbon, bonbonniere bonnemain, bonifier. etc.
Bei dieser Gelegenheit können auch noch nicht vorge- kommene Wörter zur Ergänzung der Reihe beigegeben werden. In Quarta sind diese Reihen leider nur in sehr beschränktem Maße möglich wegen des noch sehr geringen Wortschatzes der Schüler.
Wenn man auch auf dieser Stufe noch alle lautgeschicht- lichen Erscheinungen unberührt lassen wird, so kann man doch schon auf das Wesen des Akzent circonflexe eingehen. der meistens ein im Lateinischen vorhandenes, in der Sprach- entwicklung ausgefallenes s bezeichnet: fenestram ⁵₰ fenetre, testam— téte.
Das Deutsche kann, wie schon gesagt ist, bei der Er- lernung des französischen Wortschatzes nicht so großse Vorteile bieten wie das Lateinische, da die Wörter meist auf einer früheren Entwicklungsstufe ins Französische gekommen sind. Wo es aber möglich ist, gebe man auch das Etymon bei: hutte, blanc u. s. W. Germanischen Ursprungs ist oft das aspirierte h(oft jedoch auch spanischer Herkunft): hutte, hache u. s. w.
Zur Erlernung der französischen Laute sind das Deutsche und das Lateinische fast wertlos.


