Aufsatz 
Die Sprachvergleichung im neusprachlichen Unterricht : 1. Teil. Anfangs-Unterricht
Entstehung
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die Erfahrung lehrt, oft ein Anklang oder der Anfangsbuch- stabe schon genügt, um sich das betr. Wort richtig ins Gedaächtnis zurückzurufen. Warum man bei Wörtern wie senat, exercice, worin der Schüler doch zweifellos das latei- nische Etymon erkennt, dieses nicht beigeben soll, wie Heiner verlangt, ist mir unklar. Selbst wenn das Ergebnis von Thiele richtig ware, so wàre trotzdem m. E. die Verwendung des Lateinischen nicht zu verwerfen. Meiner Meinung nach sollte man dem Schüler, der schon genug belastet ist, wenn er in einem Jahr 1100 Wörter lernen muß, die Stütze und Hilfe des Lateinischen nicht rauben. Man gebe dem französischen Wort das lateinische Etymon bei, ohne auf die lautgeschicht- liche Entwicklung einzugehen. Die in Schmids Encyklopädie vertretene Meinung, daß der Schüler das fremde Wort besser lerne, wenn ihm das Etymon nicht gegeben sei, kann ich nicht billigen, das Lateinische wird ihm stets eine Stütze sein. Sollte selbst einmal eine Vermischung des französischen und lateinischen Schriftbildes eintreten, was auch sonst eintreten würde, da das lateinische Wort dem Schüler vorschwebt, so wird doch dieser Nachteil sicher durch den Vorteil aufgehoben. Man hat als weitere Gefahr, die durch die Heranziehung des Latei- nischen auftritt, angegeben, daßs der Schüler bei Wörtern, die einen Bedeutungswandel durchgemacht haben, in Versuchung komme, das französische Wort in der lateinischen Bedeutung zu ge- brauchen. Dies wird aber, da der Schüler das lateinische Wort doch vor Augen hat, erst recht eintreten, wenn der Lehrer nicht nachdrücklich auf die Verschiebung in der Bedeutung hinweist. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Kollege, der alles Etymologisieren verwarf, hatte bei der Durchnahme des unregelmäßigen Verbs mettre seiner Gewohnheit folgend das Etymon mittere nicht beigegeben, trotzdem schrieben ihm in der nächsten Klassenarbeit eine ganze Reihe von Schülern furschichen mettre. Darin liegt auch der Nachteil des unbewußten Wirkenlassens des Lateinischen, das von Stier u. a. verlangt wird. Hatte der Herr auf den Bedeutungswandel schicken setzen, stellen, legen hingewiesen, so wären gewißz mehrere Schúͤler vor dem Fehler bewahrt geblieben. Die Xhnlichkeiten zwischen Latein und Französisch sind zu groß, als daß sie dem Schüler verborgen bleiben könnten. Das