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angezeigt wird.“ Diese enge Anlehnung des französischen Unterrichts an den lateinischen dauerte fort bis in die siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts. Immermann(Zs. f. d. G. 1867, S. 19 ff.), W. Liebe(Ueber den Betrieb der neueren Sprachen an dem humanistischen Gymnasium, Amberg, 1870), Fesemeier (B. f. d. b. G. I, 293), G. Körting(N. J. fur Phil. u. Pad. 1870, S. 121 ff.) u. a. fordern, daß der franzõsische Unterricht gymnasial in enger Anlehnung an die alten Sprachen und diese unterstützend, mit besonderer Betonung des Etymologischen und allgemeinen Grammatischen zu behandeln sei(vgl. Rein, Encykl. Handbuch der Pädagogik, 2. Auflage; 3 Bd. S. 19 ff; S. 25 ff). Nun kamen nach und nach Neuphilologen von Fach ausschließlich als Lehrer der neueren Sprachen in den Schulbetrieb, und diese mufsten sich ja gegen die herrschende Methode aussprechen und zu reformieren suchen. Denn die Ansicht, die Immermann vertritt, daß nirgends der freie Gebrauch der Sprache als Ziel hingestellt werden sollte, dieser sei etwas, was sich„von selbst“ zuletzt einstelle, konnte nicht gebilligt werden. Bei der Bemühung, die neueren Sprachen aus dem Zwang der lateinischen Methode zu befreien, schoß man über das Ziel, ein Extrem tritt ja gar zu leicht an die Stelle des überwundenen, und warf auch das, was den Schüler im Französischen und Englischen fördern konnte, über Bord. Vor allem hat man die Heranziehung der Etymologie zur Erlernung des französischen Wortschatzes bekämpft, mit welchen Gründen wird später in den betr. Kapitel besprochen werden.
Die Direktorenkonferenz der Provinz Sachsen 1877 sprach sich gegen die Sprachvergleichung aus:„Die Sprach- vergleichung soll auf die allgemeinen grammatischen Begriffe, die termini technici, Genusregeln und einige nebensächliche Dinge beschränkt sein.“ E. Stier(Welche Vorteile hat der französische Unterricht von dem vorhergehenden lateinischen zu erwarten? Pädag. Archiv(1878) XX, S. 182 ff.) sagt: „Die franzöõsische Syntax bietet zu viel Abweichungen, um aus einer Hinweisung auf die lateinische Gewinn ziehen zu können. Dagegen ließsen sich die Regeln über die Ver- änderlichkeit des Participe passeé am Lateinischen klar machen.“„Die innere Verwandschaft der beiden Sprachen auf der unteren Stufe soll nur unmittelbar wirken und nicht


