Aufsatz 
Errichtung des Staatsgymnasiums. - Eröffnungsfeier
Entstehung
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Friedrich Balduin Oskar Mauck, geboren zu Finsterwalde, Prov. Brandenburg, am 28. Juli 1849, besuchte bis zum Herbst 1866 das Gymnasium zu Cottbus, trat dann in das Seminar zu Schloß-Elsterwerda, besuchte als Schüler dieser Anstalt 1868 ein Semester lang das Stensche Konservatorium für Musik in Berlin, welcher Kursus Ostern 1870 fortgesetzt wurde. Vom 1. Oktober 1869 bis 1. April 1870 war er Lehrer in Rödgen(bei Halle), vom 1. April 1871 bis 1. April 1878 Lehrer an der ersten Bürgerschule in Wittenberg. Hierauf als Lehrer an die Landwirtschaftsschule zu Weilburg berufen, unterrichtete er an dieser Anstalt bis zum 1. April 1880 und von da an bis Ostern 1888 als technischer Lchrer am dortigen Königl. Gymnasium.

August Jünemann, geboren den 25. Juni 1859 zu Lindau a. Harz, Prov. Hannover, kathol. Konfession, besuchte das Progymnasium zu Duderstadt und die Realschule I. O. zu Göttingen und trat im Herbst 1877 in das Königl. Lehrer-Seminar zu Hildesheim ein. Nachdem er im August 1880 die Entlassungsprüfung bestanden hatte, wurde er am 1. Oktober 1880 mit der provisorischen Verwaltung der technischen und Turnlehrerstelle an dem städtischen Realprogymnasium zu Papenburg, Prov. Hannover, betraut. Im Oktober 1883 bestand er die zweite Prüfung, und es wurde ihm am 19. März 1884 die genannte Stelle definitiv übertragen. Für das Wintersemester 1885/86 wurde er behufs Teilnahme an einem Turnkursus an der Köuigl. Turnlehrer-Bildungsanstalt zu Berlin beurlaubt und absolvierte während dieser Zeit auch einen Zeichenkursus.

Johann Georg Hilpisch, kathol. Religionslehrer am Kaiser Friedrich-Gymnasium zu Frankfurt a. M., geboren am 10. Juni 1838 zu Seck, Kreis Westerburg, Sohn des Lehrers J. Hilpisch, besuchte das Gymnasium zu Hadamar, studierte Theologie und Philosophie im Seminar zu Mainz, auf der Universität in Innsbruck, sodann im Priesterseminar zu Limburg a./L., wurde ordiniert 1864, wirkte als Kaplan in Hachenburg, an der Lateinschule in Eltville und 18 Jahre in Wiesbaden als Kaplan und Religionslehrer an verschiedenen höheren Schulen. 1886 an die St. Leonhardskirche als Direktor berufen, übernahm er nach Pfingsten 1888 an dem neu errichteten Gymnasium den Religionsunterricht auf Vorschlag des bischöflichen Ordinariats und mit Bestätigung des Königl. Provinzial- Schulkollegiums in Kassel.(Derselbe ist Inhaber der Medaille für Pflichttreue im Kriege.)

Zur Absolvierung ihres Probejahrs wurden dem Gymnasium die Kandidaten K. Blümlein und H. von Horn überwiesen.

Am 26. Mai und am 8. Februar beehrte Herr Provinzialschulrat Dr. Lahmeyer das Gymnasium mit seinem Besuche und wohnte in sämtlichen Klassen dem Unterrichte pei.

Am 29. Mai machten die Schüler der Gymnasialklassen unter Leitung ihrer Ordinarien Ausflüge in die nähere oder entferntere Umgegend der Stadt.

Am 15. Juni, als die Schüler sich nachmittags 2 Uhr zum Unterricht versammelten, traf die Trauerbotschaft ein, daß Kaiser Friedrich im Tode Erlösung von seinem langen und schweren Leiden gefunden habe. Der Unterricht wurde ausgesetzt und um 3 Uhr eine gemein- same Andacht gehalten, in welcher der Direktor zunächst den Empfindungen tiefen Schmerzes über den neuen Schlag, welcher das deutsche Volk getroffen hatte, angemessenen Ausdruck zu geben versuchte, sodann aber auch der Hoffnung Worte lieh, daß Gott die Wunden, die er geschlagen, auch wieder heilen werde. Lehrer und Schüler der Anstalt weihten dem Andenken des heimgegangenen Herrschers einen Kranz, welcher am Sarge desselben niedergelegt wurde.

Am 30. Juni wurde die von dem Herrn Kultusminister angeordnete Gedächtnisfeier für Kaiser Friedrich in der Aula abgehalten, welcher auch zahlreiche Angehörige unserer Schüler beiwohnten. Ihren Mittelpunkt bildete die von Oberlehrer Dr. Langsdorf gehaltene Rede, in welcher Leben, Charakter und Verdienste des edelen Toten zur Darstellung gelangten. Außer- dem wurden von dem Schülerchor eine Anzahl Gesänge und von einem Sekundaner ein der Be- deutung des Tages entsprechendes Gedicht zum Vortrag gebracht. Die Feier und zugleich auch der erste Abschnitt im Leben der Schule wurde von dem Direktor mit einem Gebete geschlossen.

Nach vierwöchigen Sommerferien begann der Unterricht wieder am 30. Juli.