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Am 1. September wurde der Unterricht in Erinnerung an den Siegestag von Sedan ausgesetzt. Der Direktor führte den versammelten Schülern an der Hand einer von Schülern ausgeführten Zeichnung die Schlacht selbst in ihrer Entwicklung vor die Seele.
Die Herbstferien dauerten vom 24. September bis zum 8. Oktober. An dem letzt- genannten Tage wurde das Wintersemester mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler begonnen. Durch den Zugang stieg die Gesamtzahl der Schüler auf 199. Nach der Eröffnungs- andacht, welche nachmittags stattfand, wurden die Schüler mit den wichtigsten, das innere Leben der Anstalt regelnden, Bestimmungen von dem Direktor bekannt gemacht.
Am 18. Oktober beteiligte sich das Kaiser Friedrichs-Gymnasium auf Einladung des hiesigen uniformierten Veteranencorps an einer von diesem veranstalteten patriotischen Feier. Die nach ihren Klassen geordneten Schüler wurden auf dem Schulhofe des Gymnasiums von dem genannten Kriegervereine abgeholt und im festlichen Zuge mit wehenden Fahnen unter Vorantritt der Musik nach dem Festplatze im sog.»Nizza«, einer Park-Anlage am Main, geleitet. Hier wurden in Erinnerung an die beiden ersten Hohenzollern-Kaiser zwei Eichen gepflanzt, und in der von dem Hauptmann des Veteranencorps gehaltenen Festrede die hohen Verdienste der beiden großen Toten um das deutsche Reich voll gewürdigt. Durch Vortrag eines patrio- tischen Liedes nahm der Schülerchor des Gymnasiums an der Feier einen selbstthätigen Anteil. Nach Schluß derselben bewegte sich der Festzug durch dicht gedrängte Volksmassen zurück nach dem Schulhofe des Gymnasiums, wo der Direktor noch eine kurze Ansprache an die Mitglieder des Veteranencorps und die Zöglinge der Anstalt hielt.
Die Weihnachtsferien, welche am 22. Dezember durch eine besondere Weihnachtsandacht eingeleitet wurden, dauerten bis zum 5. Januar.
Zur Vorfeier des Geburtstages Sr. Majestät des Kaisers fand am 20. Januar in der festlich geschmückten Aula ein Schulakt statt. Die Festrede des Oberlehrers Dr. Krebs behandelte das Thema: Was haben die Brandenburgisch-preußischen Fürsten für die Religion gethan?
Der Todes- und der Geburtstag des Kaisers Wilhelm I. wurden als vaterländische Ge- denk- und Erinnerungstage begangen. In feierlicher Andacht wurden— am 9. März von Gym- nasiallehrer Dr. Müller, am 22. März von dem Direktor— Ansprachen an die versammelte Schulgemeinde, in welchen Leben und Sterben des verklärten Herrschers zum Gegenstand der Betrachtung gemacht wurden, gehalten.
Am 19. März fand unter Leitung des Gesangslehrers Mauck in der Aula eine sehr zahl- reich besuchte musikalische Abendunterhaltung statt, bei welcher die Vorträge der Schüler durch die freundliche freiwillige Mitwirkung mehrerer hiesiger Virtuosen ergänzt wurden. Der Rein- ertrag— 275 M.— ist zur Beschaffung von Musikalien und zur Begründung eines Fonds für eine Gymnasialfahne bestimmt.
Der Gesundheitszustand des Lehrerkollegiums war der beste. Bis zum Tage dieses Berichts— dem 1. April— war kein Lehrer in dem abgelaufenen Schuljahre durch Unwohlsein gezwungen, auch nur eine Unterrichtsstunde auszusetzen. Auch die Schüler blieben fast durch- weg von längerem Kranksein verschont.


