Aufsatz 
Errichtung des Staatsgymnasiums. - Eröffnungsfeier
Entstehung
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sichtnahme auf die im vorausgehenden Jahre im Städtischen Gymnasium erledigten Pensa, zumal da von dieser Anstalt nicht nur die meisten Schüler zugingen, sondern auch Lehr-

bücher und Lehrmethode von ihr nach Anordnung der vorgesetzten Behörde übernommen wurden.

An diesen Konferenzen, welche drei Tage in Anspruch nahmen, beteiligten sich sämt- liche neuberufenen Lehrer. Es waren dies, außer dem schon oben namhaft gemachten Direktor, 2 Oberlehrer: Dr. Langsdorf und Lic. Dr. Krebs, 3 Ordentliche Lehrer: Dr. Müller, Dr. Orth und Dr. Peters, 2 Wissenschaftliche Hülfslehrer: Degenhardt und Eitel und 2 Elementar- und technische Lehrer: Mauck und Jünemann. Die Verpflichtung der Lehrer wurde von dem Direktor am 7. April vorgenommen. Der Direktor selbst wurde von dem Königl. Provinzial- Schulrat Dr. Lahmeyer am 10. vor versammeltem Lehrerkolleg verpflichtet und in sein Amt eingeführt.

Uber das Leben und den wissenschaftlichen Bildungsgang sowie über die frühere Amts- thätigkeit der an der Anstalt beschäftigten Lehrer mag Folgendes zur Nachricht dienen.

Theodor Hartwig, geb. am 17. August 1837 zu Wichmannshausen(Kreis Eschwege), Sohn des Pfarrers daselbst, vorgebildet auf dem Gymnasium zu Hersfeld, studierte in Marburg seit Herbst 1855 Theologie, Philologie und Geschichte und bestand im November 1859 und Januar 1860 zu Marburg und Kassel die vorgeschriebenen Prüfungen in der Theologie. Nachdem er hierauf seine philologischen und historischen Studien in Bonn und Göttingen fortgesetzt hatte, unterzog er sich im Sommer 1861 der philologischen Prüfung bei der theoretischen Prüfungskommission zu Marburg. Im Januar 1862 trat er an dem Gymnasium zu Marburg als Praktikant(Probekandidat) und beauftragter Lehrer ein und bestand im Oktober 1863 die praktische Prüfung bei der Schulkommission für Gymnasialangelegen- heiten. Seit Neujahr 1864 an dem Gymnasium zu Hersfeld mit Versehung einer Lehrerstelle beauftragt, wurde er, nachdem er sich inzwischen die philosophische Doktorwürde erworben hatte, am 1. April 1865 zum Hülfslehrer an dem Gymnasinm zu Kassel ernannt. Hier wirkte er seit April 1873 als Oberlehrer bis zum Herbst 1878. Im Juli d. Js. zum Königl. Gymnasialdirektor ernannt, wurde er von dem Herrn Minister vom 1. Oktober ab mit der Leitung des unter preußischer Verwaltung stehenden Waldeckischen Landesgymnasiums zu Corbach betraut. Nach 6 ½jähriger Thätigkeit an demselben erfolgte seine Berufung an das Königliche Gymnasium zu Hanau, welches er bis Ostern 1888 leitete. Von seinen Schriften mögen hier folgende erwähnt werden: 1. Die Hofschule des Land- grafen Moritz(zugleich Diss. inaug.); 2. Der Anschluf: Hessen-Kassels an Preußen im siebenjährigen Kriege; 3. Der Ubertritt des Erbprinzen Friedrich von Hessen-Kassel zum Katholicismus(Kassel 1870); 4. Aus dem Leben des Prinzen Christian von Waldeck(Corbacher Programm 1882).

Christian Langsdorf, geboren am 13. Januar 1848 zu Bad Nauheim, besuchte das Gymnasium zu Hanau bis Ostern 1867 und studierte darauf in Marburg und Gießen klassische Philologie; unterbrochen wurden seine Studien durch den Krieg 1870/71, in welchem er als Einjährig-Freiwilliger die Belagerung von Paris mit- machte. Im Juli 1872 bestand er in Marburg das examen pro facultate docendi, um dann nach vollständiger Ab- leistung seiner militärischen Dienstpflicht eine Lehrerstelle an dem Privat-Gymnasium zu Birkenruh bei Wenden in Livland anzutreten. Ostern 1874 übernahm er eine ordentliche Lehrerstelle an der Realschule zu Hanau. Ostern 1875 ging er als wissenschaftlicher Hülfslehrer an das Königl. Gymnasium zu Kassel über und wurde Ostern 1876 als ordentlicher Lehrer an derselben Anstalt angestellt. Im Frühjahr 1878 erwarb er die philosophische Doktor- würde. Bei der Neugründung des Königl. Wilhelms-Gymnasiums zu Kassel zu Ostern 1886 wurde er dieser Anstalt zugewiesen und wirkte an derselben zwei Jahre. Nachdem ihm im Juni 1887 der Oberlehrertitel verliehen worden war, wurde er Ostern 1888 als etatsmäßiger Oberlehrer an das Königl. Kaiser Friedrichs-Gymnasium zu Frankfurt a. M. berufen.

Albert Krebs wurde am 29. Oktober 1847 zu Weilburg an der Lahn geboren und besuchte von Ostern 1857 bis 1866 das Gymnasium seiner Vaterstadt. Nach bestandener Maturitätsprüfung machte er seine Univer- sitätsstudien von Ostern 186669 in Leipzig, Halle und Marburg, worauf er im Dezember 1869 auf letzterer Universität das theologische Fakultätsexamen bestand und im Mai 1871 auf Grund einer Dissertation»de unionis mysticae, quam vocant, doctrinae Lutheranae origine et progressu saeculo XVII« und eines mit ihm abgehaltenen