den ſolcher Maͤnner, die nicht auf das Ungefaͤhr gewaͤhlt, ſondern von dem Staate gepruͤft und mit beſonderer Ruͤckſicht auf Amtstreue und Sittlichkeit ver pflichtet ſind. Solchen Lehrern wird außer der vom Staate ihnen zuerkannten Achtung noch der andere Vorzug zu Theil, daß ſie ſich ihrem Berufe g anz wid⸗ men koͤnnen, theils durch ihre bleibende Anſtellung, theils durch die ihnen ver⸗ mittelſt der oͤffentlichen Ausſtattung der Lehranſtalt zu Gebot ſtehenden vielfachen Huͤlfsmittel an Buͤchern und Lehr⸗Apparat, theils durch den Umtauſch von Ge⸗ danken und Erfahrungen im taͤglichen Umgange mit ihren Amtsgenoſſen, und theils noch durch ihr Verhaͤltniß zu der Jugend ſelbſt, die ſie hier nach Alter, Gemuͤthsart, Gewohnheiten, Erziehung und anderen Ruͤckſichten vielfach zu beobachten Gelegenheit finden. Der Lehrer ſelbſt erhaͤlt hierdurch eine Vielſeitig⸗ keit der Anſichten, Erfahrungen und Kenntniß des jugendlichen Herzens, welche dem Privat⸗Lehrer groͤßtentheils fremd bleiben muß.
Ein noch groͤßerer Gewinn liegt von der andern Seite in dieſer Einrich⸗ tung auch fuͤrdie Lernenden. Wenn es eine unerlaͤßliche Forderung unſerer Zeit und des jetzigen Standpunktes der Wiſſenſchaft iſt, daß der Grund fuͤr die Ausbil⸗ dung der kuͤnftig Studirenden durch ein harmoniſches Ineinandergreifen der zu gewinnenden Schulkenntniſſe gelegt werden muß, wo alſo nicht, wie es im haͤus⸗ lichen Unterrichte gewoͤhnlich der Fall iſt, einige wenige Gegenſtaͤnde erlernt und die uͤbrigen entweder gar nicht oder zu ſpaͤt vorgenommen werden; ſo fordert es gewiß die Elternpflicht, ihren Soͤhnen die Wohlthat, welche nur die Schule im ganzen Umfang geben kann, nicht vorzuenthalten, was aber, wie die Erfahrung uns bisher nur zu deutlich bewieſen hat, noch immer wenigſtens durch das zu lange Verweilen im haͤuslichen Unterrichte geſchieht, und nothwendig den nie ganz zu erſetzenden Verluſt einer plaumaͤßigen, gleichfoͤrmigen Jugendbildung nach ſich ziehen muß.
Es ſtehe hier noch zum Schluſſe, was Herder in einer ſeiner Schulreden ſagt:«Sind oͤffentliche Schulen das, was ſie ſeyn ſollen, ſo iſt der Streit in


