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3. Ein fernerer Vorzug der Schulen iſt in einem Umſtande gegruͤn⸗ det, den gerade ihre Gegner ihnen zum Vorwurfe rechnen, wie an ſeinem Orte beruͤhrt worden iſt, naͤmlich in dem Zuſammenleben von ſo Vielen. Es iſt naͤmlich unvermeidlich, daß bei einer großen Zahl von Zoͤglingen, welche an Faͤhigkeit, Sitten, Stand und Gluͤcksguͤtern oft hoͤchſt ungleich ſind, nicht man⸗ cherlei Zuſammentreffen und Ausbruͤche der noch ungebildeten Menſchennatur ſich zeigen ſollten. Dies macht eine eigne Schulzucht und Geſetze noͤthig, nach wel⸗ chen jedes Mitglied des kleinen Staates, der hier gebildet wird, ſich in allen Stuͤ⸗ cken zu benehmen gehalten iſt. Dieſe Einrichtung, ſo ſehr ſie von der Nothwen⸗ digkeit vorgeſchrieben iſt, wirkt auf mehr als eine Weiſe wohlthaͤtig, und wird ſtets ein eigenthuͤmlicher Vorzug der oͤffentlichen Schule bleiben. Die Ungleich⸗ heit der Anlagen und des Grades von Verſtandes⸗ und Herzensbildung von der einen, und des Fleißes und Gehorſams von der andern Seite noͤthigt den Lehrer mit ſtrenger Gerechtigkeitsliebe einem jeden den Werth oͤffentlich beizumeſſen, den er zu verdienen ſcheint. So wird die Schule ein allgemeiner Uebungsort der Geſetzerkenntniß ſowie der Nacheiferung, wo Anſtrengung und Pflichteifer ein nahe geſtecktes Ziel vor ſich ſehen, wo der Unbeguͤterte nicht ſelten durch ſein geiſtiges Verdienſt ſich in der Achtung ſeiner Lehrer und Mitſchuͤler emporſchwingt und ihm der Muth waͤchſt, die begonnene Laufbahn mit feſter Beharrlichkeit zu verfolgen, waͤhrend der Leichtſinnige oder der an Geiſteskraft minder als durch aͤußeres Gluͤck Beguͤnſtigte zugleich die heilſame Lehre mitnimmt, daß es noch eine andere Ehre zu erſtreben giebt als die herkoͤmmliche fuͤr Stand und Geburt oder zufaͤllige Guͤter. Beiden wird hier die noͤthige Lebenserfahrung zu Theil, die ſie im engen Kreiſe des Vaterhauſes in der Art nicht zu machen Gelegenheit hatten.—
Aber eben ſo noͤthig iſt Allen die Uebung, fruͤhe dem Geſetze die gebuͤh⸗ rende Achtung zu ſchenken, damit ſie aus dem kleinen Staate der Schule die gluͤckliche Gewohnheit fuͤr den groͤßeren Kreis des oͤffentlichen Lebens mit hin⸗


