Aufsatz 
Über die Nachteile des zu langen Verweilens im häuslichen Unterrichte bei den Vorzügen der öffentlichen Schulen
Entstehung
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dern ſtatt deſſen in Mißtrauen unter ſich ſelbſt zerfallen, verkleinernder Eiferſucht unter ſich Raum geben, und feindliche Parteien gegen einander bilden, denen der Ge⸗ ſammtzweck fremd wird: ſo wirkt alsdann der Lehrer Uneinigkeit inoͤffentlichen Schu⸗ len nachtheilig und zieht von der einen Seite bei den Zoͤglingen, welche dieſe Schwaͤ⸗ che ausſpaͤhen und, wozu die Jugend ſo ſehr geneigt iſt, eigne Regelwidrigkeiten und Gegenſpiele darauf bauen, Geſetz'oſigkeit und Unordnung, und von der andern Seite das Mißtrauen und den Tadel des oͤffentlichen Urtheils nach ſich.

Doch auch dieſer Fehler ſtoͤßt ſich gewoͤhnlich ſelbſt wieder aus, und preiſen wir uns gluͤcklich! er hat bei unſeren Anſtalten ſeinen leichten Ein⸗ gang verloren.

Vorwuͤrfe, die man der oͤffentlichen Erziehung in Hoee icht der Zoͤg⸗ linge oder ihrer Zuſammenhaͤufung macht, verdienen hier noch eine vorzuͤgliche Stelle. Sehr haͤufig hoͤrt man den Tadel, durch den Umgang mit ſo vielen an Charakter und Alter verſchiedenen und oft ungeſitteten jungen Leuten in oͤffentlichen Schulen nehme auch der Beſte manchmal Unarten an, und verliere nach und nach die Reinheit der Sitten, mit welcher er das elterliche Haus ver⸗ laſſen haͤtte. Große Ausgelaſſenheit der Jugend, ſelbſt in den oͤffentlichen Schulen wird alſo vorausgeſetzt, die das zarte Allter mit unreinen Neigungen und verkehrten Sitten anſtecken; in dieſen Lehranſtalten wuͤrde alſo ein Zuſam⸗ menwohnen der Laſter mit den Muſen genaͤhrt, und in den Herzen derer, welche kuͤnftig zu Staatsbuͤrgern beſtimmt ſind, der Saame loſer Kuͤnſte geſtreut und die Tugend fruͤhe erſtickt?! Schon Quinctilian erwaͤhnt dieſes Vorwurfes in ſeinem Zeitalter, wenn er ſagt: Von zwei Gruͤnden laſſen ſich die Feinde der Schulen hauptſaͤchlich leiten, wovon einer der iſt, daß die haͤusliche Erzie⸗ hung mehr fuͤr die Sittlichkeit forgt, indem ſie den Haufen von Men⸗ ſchen flieht, welche in dem Alter ſtehen, welches am meiſten zu Fehlern geneigt iſt. Dieſer Grund iſt ſehr wichtigç. Denn wenn es wahr waͤre, daß die Schulen den Wiſſenſchaften zwar foͤrderlich, den Sitten dagegen ſchaͤdlich ſind; ſo möchte mir