Sowohl das uͤbrige Griechenland als auch ſpaͤter die kraftvollen Roͤmer be⸗ wunderten die ſtrengen Tugenden der Sparter, und nur hierdurch, wie Plutarch bemerkt, konnte es Lykurg gelingen, daß ſeine Verfaſſung laͤnger als fuͤnf hun⸗ dert Jahre ſich erhielt, weil ſie, wie er ſagt, gleich einer kraͤftigen Beize von Geſchlecht zu Geſchlecht in den innern Menſchen eingedrungen waͤre. Dagegen bemerkt erſelbe in ſeiner Vergleichung Lykurgs mit dem Roͤmerkoͤnige Numa, daß deſſen an ſich vortreffliche Anordnungen deßwegen ſobald wieder unwirkſam wur⸗ den, weil er nicht wie jener fuͤr das wichtige Band geſorgt hatte, das ſie zu er⸗ halten vermoͤgend war, fuͤr eine wohlberechnete Erziehung der Jugend.*) Nicht geringe Verdienſte ſcheint ſich gleichfalls der Weltweiſe Pythagoras um oͤffentli⸗ ches Wohl erworben zu haben, da auch er in ſeinen Geſetzen, womit er mehrere Staaten von Groß⸗Griechenland begluͤckte, auf oͤffentliche Erziehung beſonders Ruͤckſicht nahm. Viel Bemerkenswerthes ſagen uns uͤber denſelben Gegenſtand die Philoſophen des Alterchums, beſonders Plato und der große Lehrer Ariſto⸗ teles, die, wenn ſie auch nicht berufene Gruͤnder von Staaten oder Reichen wa⸗ ren, doch, jeder an ſeiner Stelle, Schulen begruͤndeten, die in den Staa⸗ ten ihren Glanz verbreiteten. Oefter beruͤhrte den Gegenſtand Plutarch, unter den Roͤmern aber wies noch ſpaͤt mit Eifer Quinctilian darauf hin. Wo finden wir das klaſſiſche Alterthum, ohne daß wir an den Werth einer wohl geordneten Jugenderziehung erinnert wuͤrden?— Auch Carl der Große fand bekanntlich in dem Einfluſſe der Schulen eine hohe Bedeutung fuͤr den Staat und ſorgte mit väterlicher Vorliebe fuͤr dieſen Zweig des innern Gluͤcks, der feſten Wohlfahrt ſeines Reiches, aus welchem Deutſchland, unſer Mutterlaud zur geiſtigen Wuͤrde
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