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jenes verkehrte Benehmen, das bald aus zu reichem, bald aus zu geringem Maaße von Selbſtvertrauen und Selbſtgefuͤhl hervorgeht, anderer Beſonderheiten ganz zu geſchweigen, welche aus einem gewiſſermaßen einſamen Umgang und iſolirt gegebenen Lebensregeln und Anſichten ſi ich bilden.
So ſehr nun zwar die Sache an ſich außer allem Zweifel liegt, und zum
Theil in Erziehungsſchriften mehr oder weniger verhandelt und vor dem oͤffent⸗
lichen Augenmerke erwogen worden iſt; ſo ſehr finde ich bei den Erfahrungen, welche in dem Wirkungskreiſe meines Berufes bei der Aufnahme neuer Zoͤg⸗ linge in eine oͤffentliche Lehranſtalt noch immer uͤber jene Nachtheile und deren ſtuͤndliche Fortdauer gegen das dargelegte Beſſere ſich aufdringen, zeit⸗ und pflichtgemaͤß, dieſen Gegenſtand in dem hier aufgefaßten Geſichtspunkte zur Sprache zu bringen, ſowohl um Eltern und ihren Soͤhnen, deren Beſtim⸗ mung hoͤhere wiſſeenſchaftliche Bildung iſt, unangenehme Erfahrungen zu erſpa⸗ ren, als auch beſonders fuͤr die Bluͤthe der vaterlaͤndiſchen Gelehrtenſchulen inſofern etwas beizutragen, als ſie nur noch harmoniſcher und planmaͤßiger bei Beſeitigung jenes Hinderniſſes zu bilden und ſo den an ſie gerichteten For⸗ derungen immer vollſtaͤndiger zu entſprechen vermoͤchten.
Ich glaube daher den eigenthuͤmlichen Zweck dieſer Einladungsſchrift nicht beſſer benutzen zu koͤnnen, als wenn ich auf einen Gegenſtand hinleite, der zugleich das Intereſſe ſo Vieler beruͤhrt, und daher der Theilnahme an dem Jugend⸗Unterrichte ſtets ein wichtiges Ziel zur Mitwirkung und Berathung in vorkommenden Faͤllen darbietet. Wir wollen den Gegenſtand, ſoviel es der Raum dieſer Blaͤtter erlaubt, ubrigens nicht blos einſeitig, ſondern von beiden Seiten betrachten und daher zuerſt von den Vortheilen reden, welche man dem haͤuslichen Unterrichte zuſchreibt, ſodann erſt von deſſen Nachtheilen oder der Unzulaͤnglichkeit dieſer haͤus⸗ lichen Erziebung; weiter ſoll auch gezeigt werden, welche


