Aufsatz 
Über die Nachteile des zu langen Verweilens im häuslichen Unterrichte bei den Vorzügen der öffentlichen Schulen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Pt r e e F e o e es 4Og

Res ardua, vetustis dare novitatem. Plin.

Nar zu oft hat es uns bisher die Erfahrung an den Gelehrtenſchulen be⸗ wieſen, wie nachtheilig das allzulange Verweilen der Jugend im haͤuslichen Un⸗ terrichte fuͤr ihre weitere Fortbildung ſich aͤußere. Es kann hier keineswegs von jenen wohlgeordneten Privat⸗Erziehungsanſtalten die Rede ſeyn, welche aus einem Vereine gepruͤfter und kenntnißreicher Maͤnner zu einem harmoniſchen Gan⸗ zen beſtehen, ſondern nur von allen jenen Einrichtungen, wo der Unterricht nur auf einige Lehrgegenſtaͤnde und auf die Perſon eines Einzelen zuruͤckfaͤllt. Daß aber ein ſolcher Unterricht den Keim der Unzulaͤnglichkeit und Einſeitigkeit und aller daraus hervorgehenden ſchaͤdlichen Folgen in ſich ſelbſt trage, davon geben faſt ohne Ausnahme die Zoͤglinge, welche in eine ſolche Lage entweder durch Unkenntniß oder Bequemlichkeit, oft auch durch die Aengſtlichkeit der Eltern, oder durch haͤusliche Verhaͤltniſſe zu lange verſetzt werden, die ſprechendſten Be⸗ weiſe. Sie fuͤhlen ſich bei dem endlich erfolgten Eintritte in die oͤffentliche Lehr⸗ anſtalt in mehr als einer Hinſicht in Verlegenheit. Theils iſt es uͤberhaupt das peinliche Gefuͤhl ihrer luͤckenvollen Kenntniſſe durch die Einſeitigkeit des bisheri⸗ gen Unterrichtes, was ſie in Vergleichung mit ihren gemeinſam gebildeten Mit⸗ ſchuͤlern uͤberraſcht; theils zeigt ſich auch ſelbſt die Folge des zu lange entbehrten Umganges mit ihren Altersgenoſſen, naͤmlich Mangel an Menſchenkenntniß und