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fache Schoͤne ſo verſammelt vor das Licht? Welches meiſelte die Kraft? Welches rundete die Fuͤlle? Welcher Sinn rief Athem in die ſchon auf⸗ ſchwebende Klarheit?— Gewiß, das warme Schauen der Natur war des Geiſtes warmes Schauen, Sinnen und Denken!
Ich wende mich von dem Sinne des Alterthums zur Lehre fuͤr unſere Jugend zuruͤck. Warum ſollte ſie nicht noch, gleich jenen, zum reinen Schauen begeiſtert werden, um wenigſtens zu ihrer Freude zu fuͤhlen, was das Alterthum bildete? Noche laͤßt ſichs wiederholen, was vor dem Bilden das Alterthum fuͤhlte. Es iſt bekannt, daß das menſchliche Gemuͤth bei einem neuen Gegenſtande geruͤhrt, oft wunderbar entflammt wird. Wie reich iſt aber die Natur fuͤr das aufbluͤhende jugendliche Gemuͤth an ſolchen Bildern, die theils durch Verborgenheit anziehen, theils durch unerwarteten Wechſel, ja ſelbſt durch Verwandlung uͤberraſchen! Das natuͤrliche Geſetz laͤßt hier die Schoͤnheit, die Freiheit leuchten, die dem bald erſtarkenden Geiſte bei der Entwickelung ſeiner Groͤße, ſeiner Faͤhigkeiten ſo theuer, ſo unendlich werth iſt.—
Iſt es nicht ein heiliges, freies, weites Bewußtſeyn um die Wahrheit, um die Schoͤnheit, um die Guͤte und Sittlichkeit ſeines Wiſſens?— Wir nennen in der Geſchichte die helleſte Begeiſterung der Zeitalter— Wahrheit. War nicht der Tiefſinn der Natur dieſe Wahrheit? Iſts nicht hier, wo der Sinn des großen, uneigennuͤtzigen Geiſtes wohnt, daß Einſicht und Plan lauter und groß geformt, Streben und Leidenſchaft innig und edel erweckt wird? Man bahnt dem Unterrichte den Weg, indem man die Bilder des kommenden Lebens dem aufknospenden in bunten Ahnungen vorhaͤlt: ſo bahnt die Natur auch dem reiferen, ja dem reifſten Alter den Weg! Vor ihrer Werk⸗ ſtaͤtte wird die Ehrfurcht geſammelt, die den Hinblick rege erhaͤlt. Das Ge⸗ heimniß ihrer Bilder, ihrer Geſetze, das Geben und Verſagen, womit ſie


