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Bildung zum Leben gebaut. Wo findet aber, wie geſagt, der Geiſt mehr Veranlaſſung und Aufforderung, ſich in Gedanken zu dem Hoͤchſten und Groͤß⸗ etn zu erheben, als wenn ihm das Beduͤrfniß herrſchend geworden iſt, den ſchoͤnen Winken der Natur nachzuforſchen, an ihnen ſich aufzurichten und zu erheitern, aus ihnen Lehre und Warnung, Vorſicht und Weisheit, Maͤßigung und Genuͤgſamkeit, Demuth, aber auch wieder wuͤrdige Feſtigkeit zu lernen! Die weite Natur iſt das Haus der allgegenwaͤrtigen Gottheit; das kindliche Herz(und tiefere Wuͤrde kann, nach dem Geiſte unſerer Religion nicht er⸗ faßt werden, als kindlich zu ſeyn!) denkt ſich von dem Allen einen Ur⸗ heber, der Liebe und Ernſt iſt, deſſen weiſe Regierung auch in allen Ver⸗ aͤnderungen des Lebens erſcheint. Von dieſem groͤßten Gedanken, von Gott ſelbſt wird die Seele ergriffen, wenn ſie in ſeinem Anſchauen, in ſeiner Be⸗ wunderung ſich verliert; wenn die Hoffnung zum Glauben, der Glaube zum lichten, ſchauenden Vertrauen wird. Der Geweihete der Natur, der immer forſcht und pruͤft, erhaͤlt damit eine Innigkeit des Gefühls, die aus dem ganzen Reiche der Schoͤpfung Nahrung zieht; aus dem Reiche des Sicht⸗ baren wird ihm auch das Unſichtbare klar. Iſt es tiefe Beſtimmung unſeres Gefuͤhls, noch Schoͤneres und Lichtvolleres zu ahnen, als wir ſchauen; ſo ſteigt von ſelbſt die Wahrheit der Dichtung aus dem tiefen Naturſinne auf.
Die Geſchichte zaͤhlt die Vertiefung des Gemuͤthes in der Dichtung— zu ihren Zaubergeſchenken. Wir wollen auf dieſe Glanzſeite des Natur⸗ ſinnes noch weiter hin einen Blick werfen; aber hier muß ich erſt umfragen, ob nicht dem Erzieher— allein ſchon der ernſt belehrende Eindruck der Natur auf Verſtand, auf ſeine Einſichtskraft, Umſicht und Allſeitigkeit von un⸗ endlichem Nutzen ſeyn muß?—
Der Grundpfeiler alles Guten, haben wir eben geſagt, iſt das Sittliche, das nach freiem, aber ewigem Geſetze vollkommne. Dieſer Leitſtern aller


