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Es iſt freudige und belebende Empfindung, wenn das Licht des Tages aufſteigt, die tauſend Gegenſtaͤnde, die mit dem Schleier der Nacht bedeckt waren, ſondert und in Glanz und Farbe vorprangen laͤßt; es iſt Erweiterung des Herzens, wenn der leuchtende Strahl wieder ſinkt und in abendlicher Ruhe das Funkeln des tiefen Weltenlichtes aufzieht. Der jene Bahnen kreiſen laͤßt in Fernen, die ihm, dem Geiſtigen, nicht ferne ſind, deſſen Athem bewegt auch im lauen, ſanften Saͤuſeln den Halm, der neben uns gebuͤckt am Boden ſpielt! Er haͤlt die Ordnung, er bewegt das Wandeln.
Am Geſetze der Natur bemerkt das Auge, wie vor der wirkenden Schoͤpfer⸗ hand Alles am rechten Orte ſich befindet, zu rechter Zeit hervortritt, zu einer Bluͤthe in ſeiner Art wird. Ihr iſt Vieles und Verſchiedenes ein Mittel; vor der Allmacht wandelt jene umfaſſende Weisheit, die das Große und das Kleine, den Himmel und die Erde erhebend, duldſam verbunden haͤlt.
Tritt in wehmuͤthigen Augenblicken der Gedanke der Vergaͤnglichkeit, ſelbſt bei dem Anblicke der Natur vor uns hin; treibt ihre Bilder, auch die bluͤhendſten, ein unaufhaltſamer Strom vor dem Auge hin, wie erhebt ſich dann tiefer auftauchend wieder vor ihrer kindlichen Betrachtung eine Hoff⸗ nung, ja ein Geſetz des Geiſtes, das auch im Geiſtigen der Allmacht ver— traut, ihre wunderſam, neu auflichtende Macht und Verheißung nicht ver— ſchmaͤht! An dieſem Gedanken wird der fromme Ernſt nicht erſchoͤpft; an dieſem Strome ſinkt das Herz in keinen Abgrund hinab.
Es iſt die erſte Lehre fuͤr die Jugend: der, welchem Himmel und Erde unterworfen ſind, der hat die Empfindung fuͤr ſeine Liebe in den hoffenden Geiſt gepflanzt; er hat das Geſchenk des Glaubens, das hehre Geheimniß der aus ihm erfuͤllten Religion geſchenkt; die Kraft und Wahrnehmung wird ihm nicht fehlen.— Mit Recht wird aus dieſer innigen Empfindung und Ruͤhrung des Lebens Beginn auf ein Hoͤheres und Bleibenderes geleitet, die
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