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Unsere beilkräftigen Thermen, von denen nachher noch etwas nenes beweisen dhosse— klar durch ihre chemische Zusammmetsetzung. U5 A Arün
Man hat ziemlich allgemein die Bestimmung angenommen, dass alle diejeni- gen Quellen, welche die mittlere Jahrestemperatur eines Ortes übertreffen, Thermen ge- nannt zu werden verdienen. Vergl. Naumann Geognosie I., S. 44 ff; 299 ff; besonders S. 304. Der gewöhnliche Sprachgebrauch lehnt sich aber gegon die Hezeichnting Ther- men oder warme Quellen bei denjenigen Gewässern fast durehweg auf, welche die mittere Pufktemperatur nicht sehr auffallend überschreiten, wie z. B. bei unserem Faul- brunnen. 2 8 1 Ohne die wissenschafcliohe Feststellung von Thermen alterierena 2u Wollen, möchte ich die lauwarmen zahlreichen Brunnen unserer Stadt vorläufig mit dem Ausdrucke Hal b- thermen bezeichnen. Dieser Name scheint nämlich in der That nicht unpassend zu sein, wenn man die chemische Zusammensetzung unserer höher temperierten echten Thermen mit dem Faulbrunnen vergleicht. Denn in dieser Beziehung findet sich(vgl. Fresenius: Untersuchungen des Kochbrunnens; Wildenstein: die der Thermal-Quelle im Hause des Herrn Wörner; Vollpracht: die Thermalwasser der Vier-Jahreszeiten mit Philippi Analyse des Faulbrunnens in den Jahrb. des Ver. f. Naturk. im Herzogth. Nassau. Heft VI, VIII und X.) das auffallende Ergebniss, dass die wichtigeren mineralischen Bestand- thſle der echten Thermen, z. B. das Kochsalz, Chlorçalcium, Chlormagnium und der koh- lensaure Kalk, welche Substanzen auch im F aulbrunnen nachgewiesen sind, in den lau- warmen IiWenermer als deren Repräsentant der F aulbrunnen anzuschen ist, wenngleich nicht genau, aber doch beinahe in halber Menge enthalten sind, wie der folgende kurze Auszug veranschaulichen mag:
Kochbrunnen Faulbrunnaen
nach Fresenius.. nach Philippi. Cl Na. 52,830.. 26,157,.. Cl Ca 3,617.. 11,2,237 Cl Mg 1,566.. 0,816. 6 Ca 3,216.. 1,816.
Freilich ist für die in Geschmack und der Temperatur dem F aulbrunnen so ahm. lichen anderen lauwarmen Brunnen die chemische Gleichartigkeit noch erst weiter zu er- weisen. Kochsalz und Schwefelwasserstoff machen sich übrigens im Geschmack und letzterer im Geruch schon hinreichend bemerklich, um die grösste Achnlichkeit vermuthen zu lassen.
Will man mir demnach vorläufig den Ausdruck Halbthermen gestatten, so sind auf dem kleinen Flächenraume der Stadt Wiesbaden und deren näherer Umgebung dreier- lei Arten von Quellen und Brunnen annehmbar, welche zwar allmähliche Uebergänge genug darbieten, in der Temperatur aber immerbhin auffallende Extreme zeigen:
a) Echte Thermen, heisse Quellen;(Beispiel: Koechbrunnen.) b) Halbther- men, lauwarme Quellen;(Beispiel: Faulbrunnen.) c)“ Gewöhnliche Süsswasser;(Bei- spiel: Marktbrunnen.) itfo5r.
Die Ergebnisse der chemischen Analysen des Kochbrunnens und des Faulbrunnons finden sich an den eben erwähnten Orten. Nass. Jahrb. VI, 145; X, 379.


