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und Thonbändern abwechselt und von mächtiger Lehm- und Lössdecke mantelförmig über- deckt wird. So an dem neuvertieften Durchstich der oberen Schwalbacherstrasse, woselbst auch eine kaum merkbare Mulden- und Sattelbildung beobachtet wird; ferner am Heiden- berge, am Riether Berge(Büchers'cher Bierkeller), am Judenfriedhofe und neuen Geis- berge, am neuen Palais des Prinzen Niolaus Durchl. u. m. a. O.
Zerreiblichkeit, Uebergang in Sand nimmt nach der Aussenfläche in Folge der von den Atmosphärilien bewirkten Verwitterung zu, zugleich tritt intensivere Färbung durch Eisenoxydhydrat ein, während untere compacte Lagen fast rein weiss erschienen.
Nach Bierstadt, Erbenheim, Mosbach-Biebrich und Mainz hin trifft man die Hügel des Litorinellenkalkes, welcher nach der Tiefe hin, Anfangs mit wellenförmigen grauen Thonbädern wechselnd, unregelmässig zerklüftet, selten in massigen dicken geschlossenen Bänken ansteht und zum Kalkbrennen in Steinbrüchen abgebaut wird(Spelzmühle, Ham- mermühle u. s. w.)— Ein kleiner Fleck tertiäres Quarzconglomerat liegt im Norden der Stadt am Fusse des Geisberges, anschliessend an den Tertiär-Sandstein.
Diluvialgerölle und Knochensand ist bei Mosbach-Biebrich und am HHessler reichlich vorhanden und wird beträchtlich zu Bauzwecken ausgebeutet.
Endlich wird noch die Lössdecke als nächste Unterlage der gewöhnlichen Ackererde Erwähnung verdienen, obwohl im Löss unserer nächsten Umgebung nur an einer Stelle organische Ueberreste, Schalen von Helix- und Pupa-Arten getroffen wurden. Diese letz- tere Lössbildung, vom unterliegenden Hauptmantel durch ein schmales Band Diluvialgerölle getrennt, findet man an der Schwalbacher Chaussée, dicht vor der Stadt, zwischen den ersten Landhäusern rechts am Berghange nach dem Rietherberg-Bierkeller hin. Die Dilu- vialgebilde, welche man mitten in dem tieferen Theile der Stadt trifft, zeigten sich deutlich entblösst in einem Versuchsschachte an der Zehntscheuer, welcher Behufs der soliden Funda- mentierung der neuerbauten evangelischen Stadtkirche niedergetrieben wurde.(Fig. 26. der Tafel III. von G. Sandb. Uebersicht d. naturhist. Beschaff. des Herzogth. Nassau.)
Von oben nach unten durchteufte man:
1) Dammerde und Bauschutt 5 Fuss 8 Zoll.— 2) Kalktuff, gebildet aus inkrustier- ten Grasblättern- und stengeln, sehr wahrscheinlich Quellenabsatz 1 Fuss.— 3) Lockeren Sand, von Letten untermischt, gelb, rothbraun und grünlich gesprenkelt. Darin 1 Cypris- Art; einige Land- und Süsswasserschnecken, als Helix pulchella, Pupa museorum, Acha- tina acicula(die grössere Form), Succinea oblonga. Mächtigkeit= 3 Fuss. Die Schnecken sind noch ächte Lössschnecken.— 4) Grober Kies mit Geschieben von Sericitschiefer und Quarzit; dazwischen befand sich grauer aufgelöster Letten, wasserführend. Mächtig- keit= 7 Fuss 8 Zoll.— 5) Endlich gelangte man auf einen Letten, blaugrau, wohl zweifellos aus Zersetzung von Sericitschiefer entstanden. Die Mächtigkeit dieser Schicht und ihr Unterlagerndes wurden nicht ermittelt.
Dabei ist erwähnenswerth, dass die aufgezählten Diluvialschichten ein(freilich sehr schwaches) Einfallen in Südost gezeigt haben.
Somit haben wir eine flichfige Uebersicht der neptunischen Schichten der Gegend von Wiesbaden vollendet.
Es bleibt übrig, vom Basalte, dem einzigen Vertreter vulkanischer Gebilde unserer Gegend, einige Worte zu sagen.(Glimmerporphyr lokal bei Kiedrich und Adolfseck.)


